FC Bayern Basketballer mit Krach aus der Krise

Der Audi Dome, die Spielstätte der Basketballer des FC Bayern. Foto: Rauchensteiner

Die Basketballer des FC Bayern verlieren erneut auswärts – diesmal mit 68:70 in Trier. Trainer Dirk Bauermann reagiert stoisch – und will nun beim Training den Audi Dome beschallen lassen

 

MÜNCHEN Die gegnerischen Fans stürmten mit der Schlusssirene das Spielfeld, fielen ihren Spielern um den Hals. Lederhosen wurden verbal ausgezogen, Bierflaschen geköpft – das Standardprogramm eben, wenn man gegen die Basketballer des FC Bayern gewinnt. Am Samstagabend durfte in der Morawitzky-Halle nahe der Münchner Freiheit auch der MTSV Schwabing im Münchner Regionalliga-Derby gegen die zweite Mannschaft der Bayern von der Freude kosten, die alle zwei Wochen eine Mannschaft der Basketball-Bundesliga erleben darf: Wenn die Bayern kommen und ihr Auswärtsspiel verlieren.


Die Szenen in der Arena in Trier waren sehr ähnlich: Dort unterlag die Mannschaft von Trainer Dirk Bauermann zeitgleich mit 68:70. Beim Vorletzten, nachdem sie drei Viertel lang geführt hatte. Siebter sind die Bayern nun in der Tabelle, punktgleich mit Braunschweig auf Platz acht. Nach der neunten Auswärtsniederlage in Serie ist die Playoff-Qualifikation keine Selbstverständlichkeit mehr.


Bauermann gibt sich unerschütterlich: „Ich habe in Trier bis zur letzten Sekunde an unseren Sieg geglaubt”, sagt er. Und: „Als Trainer ist es meine Aufgabe, Lösungen zu finden. Ich habe so viel Erfahrung, dass ich die Mannschaft ohne Zweifel dazu bringen werde, ihre Auswärtsspiele zu gewinnen.” Mit ausgeprägter Stoik sagt er die Sätze, die er schon gesagt hatte, als man die Auswärtsniederlagen noch an einer Hand abzählen konnte: „Ich bin mir sicher, dass wir uns von den Erlebnissen des Misserfolgs erholen werden.”


Schon am Mittwochabend spielen die Bayern zu Hause gegen den Tabellenzweiten Ulm. Ein Spiel, bei dem ein Sieg trotz bisher fast makelloser Bilanz im Audi Dome keine Selbstverständlichkeit ist. Bauermanns Taktik lautet nun: Verdrängung. „Ich setze mich sicher nicht in mein Büro und schaue mir das Spiel in Trier drei Mal an”, sagt Bauermann. Er studiert stattdessen schon die jüngste Niederlage der Ulmer gegen Tabellenführer Bamberg.


Die Spieler hat er am Sonntag allesamt zu Einzelgesprächen zu sich gebeten. Die Niederlage in Trier war dabei nur kleiner Teil des Gesprächs. „Es geht darum, die Spieler aufzufangen, ihnen Mut zu machen und nicht zu erzählen, wie schlimm die Auswärtsniederlage war.” Auf ein kräftezehrendes Mannschaftstraining verzichtete er.


Um für das kommende Auswärtsspiel in Frankfurt und erneut wacklige Knie und flatterige Nerven gewappnet zu sein, hat Bauermann nun Audioaufnahmen der krachenden Kulisse bei Auswärtsspielen besorgt. „Wir werden die Anzeigentafeln auf 61:61 stellen und die Uhr auf drei Minuten Restzeit”, sagt Bauermann. Dann wird er die Lautsprecher aufdrehen, um möglichst realitätsnahe Bedingungen für die nächste Drucksituation zu schaffen.


Normalerweise trifft er diese Maßnahme frühstens kurz vor den Playoffs – dass er damit bei den Bayern jetzt schon eingreift, zeigt, wie ernst die Situation im Kampf um die Playoff-Plätze geworden ist. 

 

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