FC Bayern Basketballer beim shoppen Shoppen mit john Bryant: Kleider machen Leute – auch in Übergrößen

Fesch ausstaffiert: Bayern-Star Bryant mit Vinzenz Huber, Geschäftsleitung Große Größen bei Hirmer. Foto: AZ-Montage | Daniel von Loeper | Rauchensteiner, Augenklick

Die AZ begleitet den Bayern-Riesen (2,11 m) John Bryant bei einer Shopping-Tour. „Schuhe konnte ich nicht normal kaufen, seit ich 13 bin“.

 

München - Er überragt alle – selbst in einer Abteilung, die auf Übergrößen spezialisiert ist. Aber das ist John Bryant, der wuchtige Center der Bayern-Basketballer, gewohnt. Sofern er nicht auf Korbjagd geht, ist er immer mindestens einen, manchmal auch mehrere Köpfe größer als die Menschen um ihn herum. „Ich war schon immer viel größer als alle anderen“, erzählt Bryant. „In der High School war ich schon 2,09 Meter groß.“ Zwei Zentimeter ist er noch gewachsen, seit er 2005 seine High School in Kalifornien verlassen hat.

„Schuhe konnte ich nicht mehr normal kaufen, seit ich 13 bin“, sagt Bryant. Er fühlt sich sichtlich wohl im Hirmer in der Kaufingerstraße. Man kennt ihn hier, er bekommt maßgeschneiderte Schuhe in Größe 51 und was ein 2,11-Meter-Mann noch so zum Einkleiden braucht. „Das ist mein Lieblingsladen“, schwärmt Bryant. „Es ist gefährlich, dass ich so nah dran wohne.“

Am Viktualienmarkt fand der Center des FC Bayern Basketball eine Wohnung, als er im Sommer 2013 aus Ulm nach München wechselte. „Ein kurzer Spaziergang und ich bin in meinem Paradies“, sagt Bryant leicht verträumt und wendet sich einem orangen T-Shirt zu. „Er kommt immer nur wegen mir her“, scherzt Verkäufer David Thomas, der zu Bryants persönlichem Modeberater geworden ist. „Ich komme rein, schaue mich um und er bringt mir gute Sachen. Pullover, Jacken, Jeans“, sagt Bryant über seinen Stammverkäufer.

„Ein paar Mal im Monat“ komme er her, verrät der Amerikaner, meist auf der Suche nach bequemen Klamotten. Auf die Frage, ob so viel Shopping nicht ein bisschen mädchenhaft sei, reagiert Bryant gewohnt cool. Er legt eine Stimme auf, die an Serien-Charakter Barney Stinson aus „How I Met Your Mother“ erinnert: „Ich schau gern gut aus.“ Dabei lächelt er verschmitzt und ergänzt: „Jetzt habe ich zum ersten Mal die Möglichkeit dazu.“

Dann wird seine Stimme ernst. Die Welt ist nicht auf Männer über zwei Meter ausgelegt. „Klamotten einkaufen ist das größte Problem. Und dass man in manches nicht reinpasst, etwa in Autos. Das ist kein Spaß, das nervt am meisten.“ Im Hirmer scheint Bryant diese Sorgen vergessen zu können. „So einen Laden zu haben, ist für mich eine Riesensache. Viel aus meinem Kleiderschrank ist von hier, der Laden hat es mir einfacher gemacht.“ Bis Saisonende läuft Bryants Vertrag beim FC Bayern, der Modepartner des Münchner Basketballvereins wäre ein Argument für eine Vertragsverlängerung. „Das ist wahr. Das ist für mich ein großer Grund.“

Eigentlich hat der 27-Jährige aber andere Pläne. Er will zurück in seine Heimat. Auf die größte Basketballbühne überhaupt, die nordamerikanische Profiliga NBA. „Ja, auf jeden Fall. Das ist das Ziel von jedem, der Basketball spielt: in der besten Liga der Welt zu spielen. Das war immer mein Kindheitstraum.“ Mit den besten Basketballern der Welt auf dem Feld zu stehen – das motiviert Bryant.

„Definitiv habe ich dafür gearbeitet, und wenn es passiert, bin ich der glücklichste Kerl auf der Welt. Wenn nicht, bin ich vollkommen glücklich mit dem Leben hier drüben. So oder so werde ich glücklich sein, aber zurück in den Staaten und in der NBA zu sein, wäre das Beste für mich.“

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Die investierte harte Arbeit lässt sich bei Bryant in Zahlen leicht ausdrücken: Zu Beginn seiner College-Karriere in Santa Clara im Jahr 2005 hatte Big John 180 Kilo gewogen – zu viel für einen Basketballer, wie ihm sein Trainer klar machte. Bryant nahm immer weiter ab, in seinem Abschlussjahr 2009 war er der zweitbeste Rebounder der College-Liga, trotzdem wollte ihn kein NBA-Team haben.

So wechselte Bryant 2010 nach Ulm, wog nur noch knapp 130 Kilo und wurde zwei Mal zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt. Dann holte ihn Bayern. Inzwischen wirkt Bryants Körper komplett austrainiert, Zusatzeinheiten in der Sommerpause sei Dank. „Ich bin körperlich in der Form meines Lebens“, sagt der 27-Jährige. So wird der Center im kommenden Sommer, wenn sein Vertrag ausläuft, kaum zu halten sein, ließ sein Trainer Svetislav Pesic bereits durchblicken. Top-Klubs aus Europa werden anklopfen, gut möglich auch, dass Bryant doch noch seine Chance in der NBA bekommt. Die Bayernfans würden den liebenswerten Giganten sowieso sehr vermissen.

Auch Hirmer hätte einen Stammkunden weniger. Diesmal kauft Bryant ein oranges Shirt und gönnt sich danach an der Tagesbar ein Steak – das gute Essen hat John Bryant nicht verlernt, nur sieht man ihm das jetzt nicht mehr an.

 

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