FC Bayern Basketball Verteidigung, Verletze, Mentalität: Hier hakt's bei Bayern

Die Enttäuschung steht Paul Zipser, Dusko Savanovic, Alex Renfroe und John Bryant (v. l.) ins Gesicht geschrieben. Foto: sampics/Augenklick

Die Bayern-Basketballer haben die Generalprobe für die Königsklasse verpatzt. Von Verteidigung über Verletzte und die Mentalität: und Die AZ erklärt, woran es hakt – und was jetzt zu tun ist

 

München - Es sollte die Generalprobe für den ersten Auftritt in der Königsklasse werden. Mit dem dritten Bundesliga-Sieg in Folge wollten die Spieler Selbstvertrauen tanken und mit breiter Brust zum Euroleague-Auftakt nach Istanbul (Freitag, 18.45 Uhr) reisen. So weit zumindest der Plan. Die Realität: Schon früh in der Saison kassierten die Bayern-Basketballer am Sonntag die erste Niederlage. Die schwache Leistung bei der 84:91-Pleite gegen Bonn lässt leise die Alarmglocken schrillen. Die AZ erklärt die drei großen Baustellen beim FCBB.

Verteidigung: Alles beginnt mit starker Verteidigung, das predigt Trainer Svetislav Pesic bei jeder Gelegenheit. Schon im zweiten Spiel gegen Phoenix Hagen hatte sein Team in der ersten Halbzeit große Probleme, kassierte katastrophale 57 Punkte. Gegen Hagen zeigten die Bayern immerhin nach der Pause knüppelharte Verteidigung und drehten das Spiel. Gegen Bonn lief es genau umgekehrt. Zur Halbzeit führten die Bayern noch mit fünf Punkten, gaben das Spiel danach aber aus der Hand.
„Zuhause zu verlieren, ist besonders bitter“, ärgerte sich Nihad Djedovic, mit 20 Punkten einer von Bayerns Besten. „Wir haben keine gute Defense gespielt, davon hängt auch das Selbstvertrauen in der Offensive ab.“

Dusko Savanovic, mit 27 Punkten überragender Bayern-Akteur, war nach dem Spiel richtig angefressen, weil man es den Bonnern viel zu einfach gemacht hatte. „Sie haben nur zwei Offensivsysteme gespielt – das ganze Spiel lang. Und wir haben keine Lösung dafür gefunden. Alle anderen Probleme haben sich daraus ergeben.“ Die Defensive ist schlicht nicht annähernd euroleaguereif.

Verletzungen: Letzte Saison war der FCBB von Verletzungen geplagt wie kein anderes Team der Liga. Zum Start in die neue Saison scheint dem Vizemeister das Unglück treu zu bleiben. „Ich habe befürchtet, dass wir zu Saisonbeginn das eine oder andere Spiel verlieren könnten, denn wir haben seit der Vorbereitungszeit einfach sehr viele Probleme“, so Svetislav Pesic. Vasilje Micic kann seit mehren Wochen nur leicht trainieren, ebenso Neuzugang Maximilian Kleber, der nach einer Fuß-OP im Sommer auf Krücken nach München kam. „Das ist keine Entschuldigung, aber ich würde gerne mal mit dem kompletten Kader in die Saison starten“, meinte Dusko Savanovic. „Uns fehlt Maxi, uns fehlt Vasa, unser Kapitän fehlt uns sehr. Das sieht man einfach. Mit einer längeren Bank würden wir Probleme überwinden.“ Kapitän Bryce Taylor ist der Leader auf dem Feld und stabilisiert die Verteidigung enorm. Auf sein Comeback nach muskulären Problemen hatte Trainer Pesic schon gegen Bonn gehofft, muss nun aber weiterhin warten.

Der Kopf: Die Verletzungssorgen, die dadurch erschwerte Vorbereitung – all das geht an die Psyche. Aus den Worten von Nihad Djedovic lässt sich erahnen, dass der ein oder andere den Kopf hängen ließ. „Es gilt jetzt, nach vorne zu schauen und den Kopf nach oben zu nehmen.“ Es bleiben nur wenige Tage, um sich für den Euroleague-Start aufzurichten. „Ein Sieg wäre eine bessere Vorbereitung gewesen, dann hätten wir mehr Selbstvertrauen“, gibt Dusko Savanovic zu. „Aber selbst, wenn wir gewonnen hätten – das hätte nichts daran geändert, dass wir furchtbar gespielt haben.“ Savanovic mahnt: Wichtiger als die Königsklasse ist die Bundesliga. „Die Euroleague ist wichtig für uns, aber unser Ziel ist nicht der Euroleague-Sieg.“
Der Bundesliga-Titel dagegen schon. Das muss jetzt schnell in die Köpfe der Spieler.

Einziges Trostpflaster nach der Pleite gegen Bonn: Auch Hauptrivale Bamberg hat vor dem Euroleague-Start gepatzt – ausgerechnet gegen den Aufsteiger aus Gießen.

 

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