FC Bayern Basketball Stefan Jovic: Plötzlich Anführer

Mit neun Assists und 16 Punkten Bayerns Matchwinner gegen Frankfurt: Stefan Jovic (links). Foto: sampics/Augenklick

Stefan Jovic blüht bei Bayerns Basketballern unter dem neuen Trainer Dejan Radonjic auf. "Er ist sein verlängerter Arm auf dem Feld", sagt Danilo Barthel. Marko Pesic lobt: "Europäische Spitzenklasse."

München - Wozu Stefan Jovic fähig ist, wissen Verantwortliche und Beobachter des FC Bayern Basketball spätestens seit dem 12. November 2015. Denn damals wurde der serbische Spielmacher mit Roter Stern Belgrad in München vorstellig – und hinterließ bei dem Euroleague-Duell nachhaltigen Eindruck.

Mit 19 Assists stellte er dabei einen bis heute gültigen Rekord auf, mit dem er sein Team – auch im Zusammenspiel mit einem gewissen Maik Zirbes – zu einem 90:79-Auswärtssieg führte. Dementsprechend groß waren die Hoffnungen und Erwartungen, die an den 27-Jährigen in München geknüpft wurden, als dieser im vergangenen Sommer dort einen Vertrag unterschrieb.

Stefan Jovic: Erinnerungen an Malcolm Delaney

Sportdirektor Marko Pesic glaubte, einen "der besten Spielmacher in Europa" verpflichtet zu haben. "Ich bin wirklich stolz, dass es uns gelungen ist, diesen Spieler zu bekommen“, sagte er der AZ und glaubt: "Er könnte ein ähnlich wichtiger Transfer wie der von Malcolm Delaney sein."

Mit dem US-Amerikaner, mittlerweile bei den Atlanta Hawks in der NBA, als Dreh- und Angelpunkt ihres Spiels wurden die Bayern 2014 Meister. Und nach einer für seine Verhältnisse eher durchwachsenen regulären Saison schickt sich Jovic nun tatsächlich an, in die Fußstapfen des Meister-Spielmachers zu treten. In den vergangenen Wochen und somit pünktlich zum Playoffstart spielt er seinen bislang besten Basketball im Trikot des FC Bayern.

Stefan Jovic: Kein zufälliger Aufschwung

Beim Viertelfinalauftakt gegen Frankfurt (85:72) war er mit neun Assists und 16 Punkten mal wieder die prägende Figur auf dem Feld. "Das ist schon europäische Spitzenklasse. Der ist schon gut", sagte Pesic nach der Partie: "Er hat jetzt mehr Selbstvertrauen, als er es in der ersten Hälfte der Saison hatte und spielt mit einer gewissen Leichtigkeit, die wir brauchen."

So ganz zufällig kommt Jovics Aufschwung freilich nicht zustande. Zum einen ist er nun endlich über einen längeren Zeitraum von Verletzungen verschont geblieben, nachdem ihn gleich mehrere Blessuren im Saisonverlauf immer wieder ausgebremst hatten.

Und dann ist er seit knapp einem Monat ja auch wieder mit seinem Ex-Trainer Dejan Radonjic vereint. Mit Roter Stern gewannen die beiden 2015, 2016 und 2017 jeweils den Meistertitel in Serbien und der Adriatischen Basketballliga, wo Jovic 2016 zum Most Valuable Player gewählt wurde, sowie 2015 und 2017 den serbischen Pokal.

Stefan Jovic: Die Sehnsucht nach dem Münchner Leader

"Der Trainer gibt ihm das Selbstvertrauen, das er braucht. Deshalb trifft er mittlerweile auch seine Würfe, auch wenn das nicht immer seine Stärke war", sagte Pesic. "Jovic ist Radonjics verlängerter Arm auf dem Feld", hat Mitspieler Danilo Barthel beobachtet: "Er weiß genau, was der Trainer von ihm will, kennt die Systeme und jede Kleinigkeit darin schon – da ist er uns anderen einen Schritt voraus."

Barthel hofft nun, "dass er sich noch mehr steigert und weiter unser Leader auf dem Feld ist". Ob Jovic die Sehnsucht der Bayern nach einem meisterlichen Anführer tatsächlich erfüllen kann, werden die kommenden Wochen zeigen.

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