FC Bayern Basketball In der Krise: Kopflos, hilflos, leblos

Tristesse in Rot: Die Bayern-Spieler (von rechts) um Tyrese Rice, Yotam Halperin, Jan Jagla, Chevon Troutman und Brandon Thomas. Foto: sampics/Augenklick

Die Basketballer des FC Bayern stecken nach der peinlichen 73:78-Niederlage gegen Braunschweig tief in der Krise. Skandal-Center Jared Homan wird für das Spiel suspendiert – Zukunft ungewiss.

 

MÜNCHEN Es fiel Marko Pesic sichtlich schwer, aus seiner Gefühlswelt zitierbare Sätze zu formen. Der Sportdirektor der Basketballer des FC Bayern war sauer, „stocksauer”, wie er sagte. Und dennoch darauf bedacht, die Dinge, die ihn bewegten, so sachlich wie möglich zu transportieren.


Kurz zuvor hatte sich der FC Bayern am Samstagabend bei der 73:78-Heimniederlage gegen Braunschweig über alle Maßen blamiert. „Nicht akzeptabel”, nannte das Pesic. Für das bisher mit Abstand schlechteste Spiel der Saison eine höfliche Umschreibung.


5611 Zuschauer waren in den Audi Dome gekommen – Bestwert in dieser Saison. Sie sahen kopflose, hilflose und leblose Bayern. „Ich muss mich fragen, ob man versteht, was man hier eigentlich macht”, formulierte Pesic. Jared Homan lief gar nicht erst mit auf: Er wurde für ein Spiel suspendiert.


Nach zehn Spieltagen haben die Bayern jeweils fünf Spiele gewonnen und verloren – eine unwürdige Bilanz für einen Meisterschaftsanwärter. Die AZ nennt Gründe für die überaus enttäuschenden Auftritte der Mannschaft.

Der überforderte Trainer: Knapp zwei Monate nach der Entlassung von Dirk Bauermann hat es Nachfolger Yannis Christopoulos nicht geschafft, der Mannschaft eine Identität zu verleihen – im Gegenteil: Die Entwicklung der Mannschaft stagniert seit Saisonbeginn. Nach dem Spiel gegen Braunschweig wirkte der zurückhaltende Grieche ratlos: „Eine Sache durfte nicht passieren: Dass wir mental nicht gut vorbereitet in das Spiel gehen.” Auch das liegt durchaus im Zuständigkeitsbereich eines Coaches.


Die verunsicherten Spieler: Der Mannschaft fehlen Persönlichkeiten, die wirklich motivieren und mitreißen können. Keiner der vier Star-Zugänge Tyrese Rice, Yotam Halperin, Lawrence Roberts und Brandon Thomas überzeugt bisher wirklich. Außer Rice und dem soliden Chevon Troutman strahlt kein Spieler ernsthafte Korbgefahr aus. Die Mannschaft wirkt tief verunsichert und zudem nicht homogen zusammengestellt.


Der Störfaktor Homan: Der nach einer Schlägerei in der Milchbar polizeikundige US-Center saß aus „disziplinarischen Gründen” in Zivil auf der Bank – weil er trotz schwacher Leistungen offenbar vehement auf umfangreiche Spielzeit bestand. Ein weiteres Kapitel in seiner Historie von Disziplinlosigkeiten. Ob er als Stütze einer Mannschaft mit dem Anspruch eines FC Bayern taugt, ist höchst fraglich – Zukunft ungewiss. Pesic: „Wir werden sehen, wie es mit ihm weitergeht.” 

 

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