FC Bayern Basketball Darius Hall: "Ich habe Rot nie gemocht"

Darius Hall schwingt die Fahne der Bayern-Fans. Foto: Augenklick

Darius Hall ist der Fan-Liebling im Audi Dome. Hier spricht er über seine reduzierte Spielzeit und seinen Start in die Trainerkarriere – und verrät, wie er seinen Mitspieler den FC Bayern erklärt

 

AZ: Herr Hall, Frank Buschmann, Deutschlands bekanntester Basketball-Kommentator, hat gesagt, Sie bräuchten mittlerweile einen Kran, um aus dem Bett zu kommen. Sind Sie wirklich so schlapp?


DARIUS HALL: Ich war ziemlich verärgert, als ich das gehört habe. Er war nie bei einem Training dabei, er hat das nur wegen meines Alters gesagt. Im Training bin ich die Person mit der meisten Energie auf dem Feld!


Und Sie klingen dabei wie ein Tennisspieler im fünften Satz.


Das bin einfach ich! Und ich habe früher auch Tennis gespielt, die Geräusche kommen wohl daher. (lacht)


Sie werden im März 39. Ist das nun Ihre letzte Saison?


Ich glaube, dass ich noch ein Jahr spielen kann. Aber wichtig ist die Vision des Vereins, was sie mit mir vorhaben. Was meinen Körper betrifft, ist alles okay. Ich kann rennen und springen.


Sie haben vor der Saison angekündigt, auch als Trainer arbeiten zu wollen. Was ist daraus geworden?


In den ersten Monaten der Saison war das schwierig, wir waren viel unterwegs. Aber ich arbeite mich jetzt in das Nachwuchskonzept des Vereins ein. Ich habe inzwischen einen Plan über das Training erhalten und werde in den kommenden Wochen Trainingseinheiten besuchen, um von unseren Jugendtrainern zu lernen.

Apropos Kinder: Spielt Ihre Tochter immer noch Fußball?


Ja, die neue Saison geht im April los. Aber sie macht jetzt auch noch Cheerleading. Sie ist hin und weg.


Machen Ihnen die akrobatischen Aktionen keine Angst?


Nein. Ich möchte, dass sie aufsteht und weitermacht, wenn sie sich wehgetan hat. Aber meine Frau Felicia macht sich wesentlich mehr Sorgen. Sie zittert richtig mit.


Im Vergleich zur vergangenen Saison hat sich viel geändert beim FC Bayern. Sie spielen deutlich weniger Minuten, geben bisweilen nur das Maskottchen auf das Auswechselbank. Schmerzt das nicht?


Meinem Ego gefällt das natürlich nicht. Aber mein Ego hat nicht dazwischenzufunken, wenn es um das Beste für unsere Mannschaft und unseren Verein geht. Ich habe das alles schon mitgemacht: Bester Scorer zu sein, bester Rebounder, die große Show abziehen. Jetzt müssen die Jüngeren das machen.


Mit wem verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit?


Mit Je'Kel Foster, wir kennen uns schon seit einigen Jahren. Wir haben beide Familie und vieles gemeinsam.


Foster sieht meistens sehr entspannt aus, fast teilnahmslos. Ist er immer so?


Immer. Und ich mag das, er ist der Iceman, wie aus Stein. Er verzieht keine Mine.


Er spielt nun bei einem der größten Sportvereine der Welt, einem Verein mit besonderem Selbstverständnis und Stolz. Bauermann ist es wichtig, dass die Zugänge das verinnerlichen – haben sie das schon verstanden?


Ich glaube, sie sind noch nicht so weit. Aber sie beginnen das zu begreifen. Die Teams von denen sie gekommen sind, waren nur Basketballvereine. Aber Bayern ist viel größer, einer der besten Vereine der Welt. Ich erkläre das so: Bei Bayern zu spielen, ist wie für die Los Angeles Lakers in der NBA zu spielen.


Sie sind schon seit vergangener Saison in München. Wie würden Sie das Bayern-Gefühl beschreiben?


Ich war zuvor nie ein Fußball-Fan, jetzt liebe ich den Sport. Und ich habe Rot nie gemocht, jetzt trage ich die Farbe dauernd. Und das ist alles nur wegen dem FC Bayern.


Die Fußballer schauen oft und gerne bei Ihnen zu. Bastian Schweinsteiger und andere kommen regelmäßig.


Das ist großartig! Sie sind wie Rockstars – und sie sind unsere Fans! Viele Kinder sehen jetzt wegen ihnen, dass Basketball ziemlich cool ist. Ich glaube ja immer noch, dass es eine tolle Sache wäre, wenn wir mal Hand in Hand mit den Fußballern in der Arena auflaufen würden. Aber außer mir findet die Idee offenbar niemand gut. (lacht)


Werden Sie mittlerweile in der Stadt erkannt, wenn Sie unterwegs sind?


Ja, oft. Es ist cool. Und manchmal auch wieder nicht. Aber ich nehme mir Zeit, mit den Leuten zu reden. Letztens habe ich jemanden getroffen, der hatte ein Bild von mir beim Dunk als Hintergrund auf seinem Handy. Und ich dachte mir nur: Ernsthaft? Das gefällt dir? (lacht)

 

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