FC Bayern Basketball Brandons Welt: "Ich habe den Weihnachtsmann nie am Bart gezogen"

Bayerns Flügelspieler Brandon Thomas ist AZ-Kolumnist. Foto: FC Bayern

Basketballer Brandon Thomas vom FC Bayern schreibt für die Abendzeitung - hier über Weihnachten, kindliche Unwissenheit und die Suche nach Glück.

 

Als Kind habe ich immer für den Weihnachtsmann Milch und Kekse nach draußen gestellt, dazu Heu für seine Rentiere. Geschenke auf der ganzen Welt zu bringen muss doch ziemlich anstrengend sein, oder? Ich war mir sicher: Der Weihnachtsmann könnte eine kleine Stärkung brauchen, nachdem er sich durch unseren Kamin gequetscht hat – und seine Rentiere würden nach einem Mitternachtsnack nur so über den Himmel rauschen. Für mich war klar: Ich, Brandon Thomas, würde dem Weihnachtsmann helfen, im Sinne der Kinder auf der ganzen Welt.

Ich habe nie an seinem berühmten Bart gezogen, wenn er im Kaufhaus in unserer Stadt war und wir mit ihm Fotos machen konnte. Allerdings fragte ich mich: Warum ist er immer in meinem Stadtteil und trägt zudem seinen roten Anzug, in der Hitze eines Samstagmorgens in Texas? Der Weihnachtsmann hat doch sicher auch eine kurze Hose und ein T-Shirt?

Analytisch zu sein ist etwas für Erwachsene! In meinem Kopf hätte ich damals der Mittelpunkt des Universums sein können, ohne Bewusstsein für andere Kulturen, Traditionen und die Millionen von Menschen in schwierigen Situationen. Jetzt, viele Sprungwürfe später, hat das Internet die Welt viel kleiner gemacht – und ich habe eine zweijährige Tochter, die in der gleichen unwissenden Glücksseligkeit lebt, wie ich damals. Ich gehe davon aus, dass sich ihre Welt viel schneller formt als meine, gleichzeitig hoffe ich, dass sie sich ihre kindliche Unschuld bewahrt, wenn es darum geht Liebe zu teilen und Freude zu empfinden, ohne Dinge zu bewerten.

Mit der Mannschaft haben wir in der vergangenen Woche eine Kinderklinik besucht, viele junge Patienten dort haben mit lebensbedrohlichen Krankheiten zu kämpfen. Trotzdem machte es den Eindruck, als hätte uns ihr Zustand mehr mitgenommen als sie selbst. Die Freude in ihren Gesichtern hat mich erkennen lassen, dass – auch wenn die Dinge im Leben nicht immer wie geplant verlaufen – glücklich zu sein ansteckend ist. Habe ich das Geheimnis, glücklich zu sein schon gefunden? Fortsetzung folgt...

 

0 Kommentare