FC Bayern Alaba (17) lässt seinen Papa zittern

DAVID ALABA: Ersetzte kurz vor Schluss (82.) noch Ribéry, damit der Franzose seinen Extra-Applaus bekam. Ohne Note Foto: sampics/Augenklick

In Florenz soll das Talent als Verteidiger gleich in der Champions League ran. Seinem Vater wird es dabei ganz mulmig.

 

FLORENZ Auf der Reise nach Florenz sah David Alaba im schwarzen Klubanzug und mit seinen akkurat gegelten Haaren ein wenig aus wie ein schüchterner Konfirmand. Dabei ist er ein Rekord-Mann: Der jüngste Nationalspieler Österreichs, seit Samstag auch der jüngste Bundesligaspieler der Bayern. Heute wird er eine weitere Marke setzen: Alaba wird mit 17 Jahren und 258 Tagen der jüngste Spieler sein, den Bayern je in der Champions League eingesetzt hat.

Am Samstag beim 1:1 in Köln konnte man Alaba anfangs mit Franck Ribéry auf der Bank herumalbern sehen. Während der zweiten Halbzeit kamen beide rein. Das Talent und der Topstar verstehen sich gut. Und das ist ganz gut. Heute in Florenz dürfen wohl beide beginnen. Ribéry auf dem linken Flügel, Alaba hinter ihm – als Ersatz für den verletzten Diego Contento.

Dabei ist Alaba alles andere als ein ausgebildeter Verteidiger. Der Wiener, Sohn einer Philippinin und eines nigerianischen Musikers, hat das Kicken in den Fußballkäfigen Wiens gelernt. Er ist ein Dribbler, liebt es, die Gegner aussteigen zu lassen. Der Zweikampfstärkste ist er nicht. In Mehmet Scholls Drittligamannschaft spielte er meist dort, wo heute Ribéry spielen wird: Auf dem Flügel, manchmal auch im Zentrum. Trainer Louis van Gaal aber sieht in ihm aber auch einen Verteidiger. „Er meint das nicht, aber ich glaube, dass er ein guter Außenverteidiger ist.“ Den Tipp hat er von Hermann Gerland bekommen, seinem Co-Trainer, der Alaba letztes Jahr immer wieder bei der Drittligamannschaft mittrainieren ließ. „David kann das“, sagt Gerland, „er kann fast jede Position spielen.“

Das glaubt auch Alabas Vater George. „David ist ein sehr vielseitiger Spieler“, sagt er der AZ, allerdings macht er auch keinen Hehl daraus, dass es ihm lieber gewesen wäre, wenn sein Sohn beim wichtigsten Spiel seiner Karriere „im Mittelfeld spielen würde“. George Alaba: „Beim Spiel gegen Köln habe ich einmal fast einen Herzinfarkt bekommen. David hat seine Sache gut gemacht, aber einmal wäre Podolski fast durch gewesen. Da habe ich vorm Fernseher richtig gezittert.“

Alabas Mitspieler scheinen diese Sorgen nicht zu haben. „Wir alle haben großes Vertrauen in ihn“, sagt Kapitän Mark van Bommel, „er ist ein sehr talentierter Junge.“ In Florenz muss er das beweisen.

fil

 

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