FC Bayern: 134. Bundesliga-Tor Gomez, der Ab-Knipser

Steht Gomez in der Startelf, dann trifft er – gegen Leverkusen zum sechsten Mal in Folge. Matthäus lobt: "Sensationell gemacht."

 

LEVERKUSEN Das gellende Pfeifkonzert aus der Ecke der Heim-Fans hatte sich Mario Gomez redlich verdient. Als der Stürmer des FC Bayern nach seinem Tor zum 1:0 bei Bayer Leverkusen zum Jubeln abdrehte, brachte er das Publikum mit der „Ich-hör-Euch-gar-nicht”-Geste mächtig in Pöbelstimmung – eine freche Geste, die gar nicht zu seinem so grazilen Tor passen wollte.

Seinen 134. Bundesliga-Treffer hatte der 26-Jährige nämlich in Weltklassemanier erzielt: Bei der Annahme mit der Brust in Höhe der Mittellinie war Gomez der Ball vielleicht einen Tick zu weit weggesprungen, nach einem beherzten Sprint spitzelte Gomez das Spielgerät jedoch pfiffig an Verteidiger Carvajal vorbei, nahm es dann auch noch mit Boenisch auf und verstaute den Ball letztlich nach einem 40-Meter-Lauf überlegt im linken Toreck (37.). „Das hat er sensationell gemacht”, lobte „Sky”-Experte Lothar Matthäus. „Kompliment!”

Ähnlich drückte es auch Trainer Jupp Heynckes später auf der Pressekonferenz aus: „Marios Torqualität ist überragend”, sagte der und mutmaßte, Gomez würde nicht erst bei sieben Treffern stehen, sondern die Torjägerliste der Bundesliga vielmehr mit anführen, „wenn er die Verletzung nicht gehabt hätte”.

Drei Monate hatte der Angreifer zu Saisonbeginn gefehlt – Zeit, die bekanntlich Mario Mandzukic nutzte, um sich bei Heynckes unentbehrlich zu machen. Gomez kommt deswegen auch im März 2013 nicht über die 1b-Rolle raus. Seine Spielwiese ist vor allem die Bundesliga, während Mandzukic bisher immer in den K.o.-Spielen der Cup-Wettbewerbe gesetzt war.

Doch Gomez knipst mehr und mehr vom Vorsprung des Kroaten ab, hat nun – man höre und staune – bei seinen letzten sechs Startelfeinsätzen immer getroffen. Bei bislang 531 Liga-Einsatzminuten bedeutet das streng statistisch gesehen alle 76 Minuten ein Gomez-Tor – das ist besser als Mandzukic (trifft alle 101 Minuten) und Robert Lewandowski (105).

Als ein „glückliches Luxusproblem” beschrieb Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in Leverkusen die Sturmsituation bei Bayern. Dabei hatte Gomez, der nach der Partie lieber schwieg, unlängst via „Sport Bild” klar gemacht, wie er denkt: „Ich will spielen, gerade in wichtigen Partien.”

Sein Problem ist, dass er nicht so eifrig wie Mandzukic am Spiel teilnimmt, dazu mangelt es ihm an Kopfballstärke.

Aber die Fans, die lieben ihn – die eigenen, wohlgemerkt. „Super, Super-Mario! Oh ho, super, Super-Mario”, sangen die Mitgereisten zur Melodie von Ronnys „Sierre Madre”, als Gomez in der 73. Minute ausgetauscht wurde – und zwar gut hörbar.

 

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