FC Augsburg vor Bundesliga-Aufstieg "Man soll den Jubel bis München hören"

Augsburger Jubelreigen: Der FCA um Superstar Michael Thurk (2. v.l.) könnte den Bundesliga-Aufstieg klar machen. Foto: sampics/Augenklick

Aufstieg am Sonntag? Das FCA-Fieber hat Augsburg voll ergriffen – sagt Manager Rettig im Interview mit der AZ.

 

AZ: Glückwunsch, Herr Rettig. Der FC Augsburg steht unmittelbar vor Erfüllung eines Traums, dem Aufstieg in die Bundesliga.
ANDREAS RETTIG: Wir stehen zwar vor dem Highlight schlechthin. Aber ich hatte bisher nicht eine Sekunde Zeit, darüber nachzudenken, was am Sonntag passieren kann. Andernfalls hätte es bestimmt gekribbelt. Wir stehen vor etwas ganz Besonderem.

Sie untertreiben.
Natürlich will ich nichts künstlich runterspielen. Aber es ist schwer über etwas zu reden, das noch nicht stattgefunden hat. Die meisten von uns wollten die ganze Woche über an der Uhr drehen, dass der entscheidende Moment näher rückt.

Hat die Aufstiegslust die Stadt Augsburg schon gepackt?
Ja, total. Ich kann behaupten, dass das FCA-Fieber Augsburg voll ergriffen hat, eine ganze Stadt befindet sich in Vorfreude. Ich sehe Fahnen und Trikots aus allen möglichen Fenstern hängen, das ist traumhaft. Am Rathausbalkon hängt ein 91 Meter langer Fanschal. Alle fiebern diesem Moment entgegen.

So weit waren Sie letztes Jahr auch schon. Was ist diesmal anders?
Wir sind noch näher dran. Damals in der Relegation gegen Nürnberg brauchten wir zwei Tore, diesmal reicht – zwei Spieltage vor Schluss – theoretisch nur noch eins. Wir müssen einfach nur gewinnen. Aber der große Unterschied ist: Es gibt hier keine Zweifler mehr. Die Leute glauben an uns, sie vertrauen uns. Eigentlich sind die Schwaben ja ein skeptisches Völkchen, aber jetzt traut man uns diesen Sprung tatsächlich zu. Das treibt uns zusätzlich an.

Und am Sonntag soll das Stadion beben...
Wenn wir den Aufstieg schaffen, soll man den Jubel bis München hören. Die Fans sind schon erstligareif.

Was passiert, wenn der FCA oben ist?
Im Aufstiegsfall beginnt am Montag der Kampf gegen den Abstieg.

Sie waren neulich beim 1860-Heimspiel gegen Fürth. Haben Sie den ein oder anderen Löwen für die Bundesliga auf dem Zettel?
Ich war vor allem da, weil ich in dem Spiel Löwen-Fan war. Das hat sich ausgezahlt, 1860 hat uns einen Konkurrenten vom Leibe gehalten. Vorher ja auch schon Cottbus mit einem 4:0.

Das beantwortet die Frage nicht...
Ich kann nur sagen, dass wir im letzten Jahr zwei Transfers zum beiderseitigen Vorteil mit 1860 gemacht haben. Stefan Buck hat bei den Löwen voll eingeschlagen. Und Moritz Leitner macht uns total Freude. Vielleicht schafft er es am Sonntag in den Kader nach seiner langen Verletzung. Er will unbedingt noch mal unser Trikot tragen, bevor er nach Dortmund geht.

Ist die Aufstiegsparty schon geplant?

Natürlich nicht. Aber neben mir gibt's noch ein paar andere Rheinländer hier. Wir wissen, wie man feiert. Und wir haben in den letzten Jahren so viel auf die Beine gestellt. Da werden wir mit einer ordentlichen Party nicht überfordert sein.

 

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