Fastnacht in Franken Musketier, Punk und grauer Herr

Bei der BR-Kultsenidng "Fastnacht in Bayern" zeigten sich die Politiker von ihrer bunten Seite - die meisten jedenfalls. Foto: dpa

Es war die Premiere für Münchens OB Christian Ude bei der BR-Kultsendung. Seinem Konkurrenten für das Ministerpräsidentenamt hatte er schon mal das Kostüm voraus.

 

Veitshöchheim  – Freche Witze, derber Spott und scharfzüngige Kommentare: Frankens Narren haben am Freitag mit rund 600 Gästen vor den Toren Würzburgs die 25. Ausgabe der „Fastnacht in Franken“ gefeiert. In den geschmückten Mainfrankensälen in Veitshöchheim musste sich die anwesende Politprominenz – allen voran Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) – dabei einiges anhören.

Der OB aus der Hauptstadt kam zum ersten Mal zur Prunksitzung des Fastnacht-Verbandes Franken. Seinen Einstand gab der Politiker als Musketier, so wie auch seine Parteikollegen. Die SPD taucht bei der „Fastnacht“ meist als Team auf. „Ich erwarte ein mordsmäßiges Erlebnis“, sagte der Debütant. Sein Kontrahent im bayerischen Landtagswahlkampf, der amtierende Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), blieb dagegen seiner Linie fast treu und verkleidete sich nicht. Er trug jedoch statt des obligatorischen Smokings mit roter Fliege diesmal einen grauen Anzug mit pinkfarbener Krawatte.

Absoluter Hingucker waren dagegen der ehemalige Ministerpräsident Günther Beckstein, der mit seiner Frau als Rotkäppchen und der Wolf kam. Finanzminister Markus Söder und seine Frau verkleideten sich als Punker. „Brauche Geld“, stand auf dem schwarzen T-Shirt des CSU-Politikers, der zudem durch seinen roten Riesen-Irokesen- Haarschnitt auffiel. Der Quotenschlager aus Veitshöchheim wird seit 25 Jahren live aus Franken im Bayerischen Fernsehen übertragen. In den vergangenen Jahren sahen jeweils mehr als drei Millionen Zuschauer die Sendung. Die Komiker und Kabarettisten nahmen die Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Kirche wieder kräftig aufs Korn. So wurde aus dem 65 Jahre alten OB Ude ob seines Alters „die alte Bude Ude“.

Die Komiker lästerten zudem fleißig über den Absturz der FDP und Bundespräsidenten Christian Wulff. Die „Altneihauser Feierwehrkapell'n“ sagte dazu: „Die FDP-Prozente sind auf Wulffschem Zinsniveau“. Auch andere Skandale und Krisen wurden nicht ausgelassen. Fastnachtsgröße Michl Müller hatte zur Griechenland-Krise den passendsten Kommentar: „Jahrelang haben wir geglaubt, der Ouzo beim Griechen war umsonst. Jetzt haben die Rechnung bekommen.“

 

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