Fastnacht in Franken im BR Veitshöchheim: Derbe Sprüche für Seehofer, Söder und Co.

Auch in diesem Jahr verkleideten sich Bayerns Spitzenpolitiker für die Fastnach in Franken. Sehen Sie hier die besten Bilder aus Veitshöchheim. Foto: az, dpa

Bei der Fastnacht in Franken in Veitshöchheim teilen die Komiker aus – und die Politiker stecken ein. Die Künstler lästerten auch am Freitag wieder ohne Rücksicht auf Verluste. Für die Verkleidung des Abends sorgte erneut Markus Söder.

Veitshöchheim - Freche Sprüche von fränkischen Narren, akrobatische Tanzeinlagen von Deutschen Meistern und meist witzig verkleidete Bayern-Politiker - mit diesem bewährten Mix ist am Freitagabend die Fernsehprunksitzung "Fastnacht in Franken" aus Veitshöchheim live über die Bühne gegangen.

Unter protzigen Kronleuchtern und vor quietschbunter Rokoko-Kulisse haben Bayerns Politiker dabei wieder ordentlich ihr Fett wegbekommen. Schon fast ein Klassiker sind mittlerweile die Witze auf Kosten von Bayerns Finanzminister Markus Söder, der sich immer wieder als künftiger Ministerpräsident des Freistaats in Stellung bringt.

"Kronprinz Söder darf doch erst ran, wenn (...) der Berliner Flughafen eröffnet ist und Greuther Fürth Champions-League-Sieger ist, oder?", fragte beispielsweise Sitzungspräsident Bernd Händel provokant den noch amtierenden Bayern-Chef Horst Seehofer.

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Händel lobte gleichzeitig den Ministerpräsidenten aber auch für seine Verdienste gegen den Klimawandel. So habe Seehofer ein ganz eigenes Rezept gefunden, um die Erderwärmung zu stoppen: "Er sorgt ständig für frostiges Klima", so der Sitzungspräsident mit Blick auf die ständigen Reibereien zwischen CDU und CSU.

Doch auch die bayerische SPD musste einstecken: Das Duo Volker Heißmann und Martin Rassau sagte den Besuch des Papstes bei den Sozialdemokraten voraus: "Denn der kommt immer dorthin, wo das Elend am größten ist!".

Ob VW-Skandal, die Olympia-Absage Hamburgs oder die Bestechungen in der Sportwelt - die Künstler der fränkischen Fastnacht nahmen zahlreiche Themen der vergangenen Monate auf die Schippe. "Selbst VW wollte, dass es läuft wie geschmiert. Doch es war irgendwie Sand im Getriebe. Und dann hat sich rausgestellt: Es war gar kein Sand. Es war Winterkorn", frotzelte Wortakrobat Oliver Tissot.

Auch um aktuelle Streitthemen wie die Asylpolitik machten die Künstler keinen Bogen. Im Gegenteil. So hatte Kabarettist Peter Kuhn deutliche Worte für die derzeitige Lage: "Diesen Dreckschleudern, die ständig hetzen, muss man Obergrenzen setzen. Nicht ein bis zwei Grad Diskrepanz - nein, am besten Null Grad Toleranz", forderte der redegewandte Schweinfurter während seiner Büttenrede.

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Natürlich fehlten in Veitshöchheim, vor den Toren Würzburgs, auch die üblichen Frotzeleien der Franken in Richtung der Bayern nicht. Auf die Spitze aber trieben es wie immer die Musiker der Altneihauser Feierwehr-Kapell'n aus der Oberpfalz. Sie lästerten unter Buh-Rufen des Publikums umgekehrt über die Franken, die mittlerweile auch eine eigene Tatort-Produktion haben. "In einem Tatort, wo man fränkisch spricht, bräuchte es die Leiche nicht. Denn da flößt ja der Dialekt allein dem Zuschauer schon Schrecken ein."

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Die Prunksitzung des Fränkischen Fastnacht-Verbandes wird seit 1987 live im Bayerischen Fernsehen übertragen. In diesem Jahr flimmerte die 29. Ausgabe über die Bildschirme. In den vergangenen Jahren haben jeweils rund vier Millionen Menschen die etwa dreieinhalbstündige Freitagabend-Sendung eingeschaltet und sie damit zur erfolgreichsten BR-Sendung überhaupt gemacht.

 

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