"Fast and Furious" TSV 1860: Mit Vollgas aus dem Keller?

Wollen auf die Überholspur: Die Löwen um Romuald Lacazette, Michael Liendl und Stefan Aigner (von links). Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Vor der wichtigen Partie im Abstiegsrennen gegen Sandhausen gehen die Löwen gemeinsam ins Kino. "Wenn du Druck hast und hintendrin steckst, wird das Tor kleiner", sagt Trainer Vitor Pereira.

 

München - Rasante Rennen mit teuren Flitzern, Action ohne Ende und ein muskelbepackter Vin Diesel in der Hauptrolle: Vitor Pereira und die Spieler des TSV 1860 gönnten sich am Donnerstagabend im Mathäser Filmpalast die Vorpremiere des achten und neusten Teils der Filmreihe "Fast and Furious" – nicht nur ob der Dramaturgie bester Anschauungsunterricht, wie die Sechzger im denkbar knappen Abstiegsrennen der Zweiten Liga bestehen können. Hier geht's zu den Bildern!

"Das war eine schöne Sache, mal außerhalb des Kontextes Fußball in der Gruppe zusammen zu sein – mal raus aus diesem Loch. Ich bin nicht nur Trainer, sondern auch Mensch, Sohn, Vater und Ehemann. Die Fußballwelt verlangt viel Energie", erklärte Pereira am Freitag vor dem Kopf-an-Kopf-Duell der Löwen gegen den SV Sandhausen am Ostersonntag (13:30 Uhr, live bei Sky und im AZ-Liveticker).

Im Duell mit dem Konkurrenten wird diese Energie im ersten von sechs verbleibenden Teilabschnitten bis zum Saison-Finish wieder gefragt sein. Zwölf Teams sind noch am Start im Abstiegskampf der Rennserie Formel 2 wie Zweite Liga.

"Es ist keine normale Liga"

Sechzig (32 Punkte) belegt Position 14 im Ranking. Der Karlsruher SC hat nach schwerem Motorschaden nur noch Außenseiter-Chancen, während elf andere Teams annähernd gleich viele Zähler gesammelt haben. Liebend gerne würde Pereira, der Pilot am Steuer des 1860-Boliden, auf die Überholspur einbiegen.

"Bei drei Siegen in Folge wäre man vielleicht durch." Runterschalten, Gas geben und über die Ziellinie rasen – fast and furious eben. "Aber", so Pereira, "das ist nicht die Realität. Es ist keine normale Liga dieses Jahr, viele Mannschaften sind unten. Es ist ein Hin und Her, in den nächsten Spieltagen wird sich immer mal ein Team am anderen vorbeischieben."

Der Portugiese hat inzwischen erkannt, dass die Sechzger ihre Muskeln nicht so effektiv spielen lassen können wie Vin Diesel auf der Kinoleinwand. Es wird eine Entscheidung auf der Zielgeraden: "Wenn du Druck hast und hintendrin steckst, wird das Tor kleiner. Wir müssen diesen Kampf bis zum Ende angehen."

Ayre macht sich keine Sorgen

Neu-Geschäftsführer Ian Ayre hat keine Bedenken über einen positiven Ausgang des Rennens. "Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Sorgen mache ich mir keine", so der Brite, der sich in München "schon zu Hause" fühle. Seine Aufgabe sei es, "die Löwen wieder stark zu machen".

Auch die Fans nimmt er mit ins Boot: "Die Löwen genießen einen außergewöhnlichen Support. Als Liverpooler wisse er "ganz genau, wie wichtig diese Loyalität ist". Dennoch werden nach Vereinsangaben diesmal nur 15.000 bis 18.000 Zuschauer in der Arena erwartet.

Während Gästecoach Kenan Kocak übermächtigen Sechzgern attestiert, "aufgrund ihrer individuellen Qualität auch am Ende noch Spiele entscheiden", also noch einen Gang zulegen zu können, erkennt Pereira in den Sandhäusern einen "starken Gegner, der sich nicht nur verstecken und abwarten wird".

Abwarten ist im Endspurt ohnehin nicht mehr, geht es doch noch sechs Mal ums Ganze. Pereira: "Während sich die Meisterschaft dem Ende nähert, wird jedes Spiel, jeder Punkt immer wichtiger."

Wichtig, um im Abstiegsrennen am Ende die Nase vorne zu haben.

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