Fans demolierten Züge Randale nach Löwen-Spiel: "Blinde Zerstörungswut"

Das Depot der Münchner U-Bahn. Im Hintergrund ist die Allianz Arena zu sehen. Bei Heimspielen der Löwen ist das Stadion blau erleuchtet. Foto: imago

Fußballfans demolieren drei U-Bahn-Züge. Als ein Lokführer eingreifen will, bedrohen und beschimpfen ihn die Täter. Die Polizei wertet Überwachungsvideos aus. Die Fahndung läuft.

München – Im Kellerduell der Zweiten Bundesliga trennten sich der TSV 1860 München und der VfR Aalen am Freitag 1:1 unentschieden. Den Frust über das mickrige Remis ließen die Fußballfans in der U-Bahn aus. Drei Züge demolierten sie. Sogar ein Lokführer wurde von Rowdies beschimpft und bedroht.

Der Frust über den enttäuschenden Ausgang des Spiels hat sich am Freitagabend kurz nach 21 Uhr in blinder Zerstörungswut entladen. Fans randalieren in einer U 6 von der Allianz Arena in Richtung Innenstadt. Sie zertrümmern in Waggons die Deckenbeleuchtung. Zudem ziehen sie grundlos die Notbremse.

Im Bahnhof Alte Heide stoppt der Lokführer. Er verlässt den Führerstand, um nachzusehen, was im Zug los ist. Als der Mann die Sperre durch den Nothalt aufheben will, eskaliert die Lage. Der Lokführer wird von einer Gruppe Fußballfans beschimpft und bedroht. „Verschwinde, oder wir zerlegen den ganze Wagen“ drohen sie. Der Lokführer zieht sich zurück und verständigt über Funk die Verkehrsleitzentrale und die Polizei. Als Minuten später die ersten Streifenwagen eintreffen, sind die Randalierer bereits verschwunden.

„Es waren zweifelsfrei Fußballfans, die in dem U-Bahnzug randaliert und den Lokführer bedroht haben“, sagt MVG-Sprecher Matthias Korte. Nach unbestätigten Informationen wurden im Zug Aufkleber von Löwen-Fans gefunden. Ob auch Anhänger des VfR Aalen randaliert haben, ist unklar. Derzeit werden Aufnahmen der automatischen Überwachungskameras ausgewertet.

„Wir bedauern die Vorkommnisse sehr und werden ihre Aufklärung unterstützen. So etwas können wir auf keinen Fall tolerieren“, sagt Markus Rejek, Geschäftsführer des TSV 1860. „Vandalismus ist kein Kavaliersdelikt. Das hat nichts mit Fansupport zu tun.“ Auch in zwei weiteren U-Bahnen zur Innenstadt randalierten Fans. Ein Zug musste am Bahnhof Freimann gestoppt werden, ein weiterer im Bahnhof Kieferngarten. „Auch hier wurden Türen demoliert und die Beleuchtung zerschlagen“, bestätigt Matthias Korte.

Die Lokführer mussten aus Sicherheitsgründen die Fahrt vorzeitig beenden. Die Strecke der U 6 war für rund eine halbe Stunde komplett gesperrt. Es kam zu erheblichen Verspätungen. Die beschädigten Züge kamen in die Werkstatt. Sie wurden am Wochenende repariert. Sie sind wieder einsatzbereit. Über die Höhe des Schadens lagen am Wochenende keine verlässlichen Informationen vor.

„Blinde Zerstörungswut und Drohungen gegen Mitarbeiter sind in keiner Weise akzeptabel“, sagte der MVG-Sicherheitschef Rainer Cohrs. Die Stadtwerke haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

 

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