Fanprotest gegen Hoeneß Stimmung oder Attacke: Was erwartet Hoeneß diesmal?

Bayern-Fans rasten beim Gladbach-Spiel aus: „Wer den Blauen Millionen zuschiebt, hat unser Vertrauen nicht verdient. Hoeneß, du Lügner“, war auf Plakaten zu lesen. Foto: firo

München -  Über 13.000 Menschen haben sich auf der Internetplattform Facebook bereits der Unterstützer-Gruppe „Gegengerade für Uli Hoeneß” angeschlossen. Am Samstag gibt es beim Spiel des FC Bayern in Nürnberg (15.30 Uhr) das erste Wiedersehen zwischen dem Bayern-Präsidenten und Teilen der Südkurven-Anhänger, die ihn letzten Samstag übelst diffamiert hatten. Wird es ein ungemütlicher Nachmittag oder erfährt Hoeneß breite Sympathie?
Die AZ klärt auf.

 

Was macht die Schickeria? In einer Erklärung kündigte die Ultra-Gruppierung an, dass es nun darum ginge, „Stimmung zu machen.” Für die Mannschaft – und nicht gegen Uli Hoeneß. Simon Müller von der Schickeria sagte dem „Merkur”, der Aktion habe „ein breiter Konsens” der Fans zugrunde gelegen. Die „breite Masse aus der Kurve” stütze die Kritik, das „Lügner”-Plakat sei nicht aus den Reihen der Schickeria gekommen. Müller: „Es ist nicht so, dass wir uns aus der Affäre ziehen wollen. Aber wir wollen Uli Hoeneß nicht stürzen und auch seine Verdienste nicht in Abrede stellen.”

Was plant der Club als Gastgeber? Besondere Sicherheitsmaßnahmen wie einst im Jahr 2000 in Cottbus als Hoeneß im Zuge der Daum-Affäre Personenschutz erhielt, sind nicht geplant. Die Nürberger Ultras haben keinerlei (Plakat-)Aktionen in Vorbereitung, das sei eine Bayern-interne Sache, hieß es.

Wer solidarisiert sich mit Hoeneß? Nach Beistandsbekundungen von Franz Beckenbauer, Günter Netzer und Theo Zwanziger schlägt sich mit Lothar Matthäus sogar einer der Hoeneß-Erzfeinde (Hoeneß: „Der wird nicht mal Greenkeeper im neuen Stadion”) auf die Seite des Bayern-Präsidenten: „Ich war schockiert und fand das unfassbar! So geht man nicht mit Uli Hoeneß um. Da wurde ein Mensch attackiert, dem der FC Bayern mehr zu verdanken hat als etwa Franz Beckenbauer oder Gerd Müller”, sagte Matthäus der „Welt”.

Was sagen die Bayern-Spieler? Vor dem Spiel appellierte Bastian Schweinstieger an die Fans: „Ich würde mir wünschen, dass solche Aktionen nicht nochmal vorkommen. Ich hoffe, dass von den Fans nicht Politik betrieben wird, sondern dass sie uns positiv anfeuern werden.” Er wünsche sich „anpeitschende” und „unterstützende” Fans.

Und Uli Hoeneß selbst? Bei einer Benefiz-Veranstaltung in Nürnberg sagte er: „Wegen meiner Hilfe für 1860 und, weil ich den Manuel Neuer nach unserem Spiel in München stark verteidigt habe, habe ich erwartet, dass eine Reaktion von gewissen Leuten kommt. Aber dass sie in der Form ausfällt, hätte ich nie für möglich gehalten. Entsprechend schockiert war ich am Samstagabend.” Jetzt will er schweigen: „Ich will mich bis zum Saisonende nicht mehr dazu äußern.” 

 

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