Familie bittet um Hilfe Vermisst: Münchner (65) verschollen im Paradies

, aktualisiert am 11.05.2016 - 17:26 Uhr
Vermisst auf den Seychellen: Der Münchner Günter Lamprecht. Foto: privat/dpa/AZ

Der 65-jährige Günter Lamprecht ist während seiner Urlaubsreise auf den Seychellen verschwunden. Seine Familie bittet um Hilfe – denn bisher gibt es keine Hinweise über seinen Aufenthaltsort.

 

München - Sie verspricht einen Traumurlaub: Die Insel Praslin ist die zweitgrößte auf den Seychellen und ein beliebtes Reiseziel. Auch der 65-jährige Ruheständler Günter Lamprecht wollte sich dort im April zwei Wochen Urlaub gönnen – doch auf seine geplante Rückkehr wartete seine Familie vergeblich. Günter Lamprecht ist verschwunden – und niemand weiß, wohin.

Der allein lebende Mann aus Neuhausen checkte am 20. April im Drei-Sterne-Hotel "Berjaya" auf Praslin ein. Am 5. Mai sollte er aus dem Urlaub zurückkehren und wollte sich dann telefonisch zurückmelden, erzählt sein Schwiegersohn Matthias A. der AZ. Als der Anruf nicht kommt, kontaktiert die Familie das Hotel und erfährt, dass der Münchner dort nie ausgecheckt hat.

Die örtliche Polizei lässt das Zimmer öffnen: Es stellt sich heraus, dass der Rentner in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai offenbar nicht in seinem Bett geschlafen hat. Es ist unbenutzt. Seine Papiere, Bargeld und auch Urlaubsutensilien wie Badekleidung und Schnorchel sind noch da. Nur seine Turnschuhe und ein Handtuch fehlen. Es ist nicht sicher, ob der Rentner vielleicht schon die vorherigen Nächte nicht in seinem Zimmer verbracht hat. Mittwoch, der 4. Mai, wäre sein Abreisetag gewesen; möglicherweise ist er aber bereits davor verschwunden. Am Flughafen tauchte er nicht auf.

Der Ruheständler ist ein erfahrener Reisender, sagt Schwiegersohn Matthias A., er sei unter anderem schon in Indien und Thailand gewesen. Während des Urlaubs hatten weder er noch Günter Lamprechts Tochter Martina A. Kontakt mit dem Reisenden.

Matthias A. glaubt aber, dass der unternehmungslustige Rentner vor Ort auch Ausflüge allein unternommen hat: "Ich kann mir gut vorstellen, dass er auf eigene Faust eine Wanderung unternommen hat. Er war niemand, der nur in der Reisegruppe unterwegs war."

"Wir sind traurig. Er ist ein herzensguter Mensch"

Das Auswärtige Amt warnt in seinen Sicherheitshinweisen für die Seychellen vor einsamen Gegenden und Straßenzügen, nächtlichen Spaziergängen und Wanderungen in Wäldern ohne ortskundige Begleiter. Allgemein gelten die Seychellen aber als sicheres Urlaubsland mit vergleichsweise geringer Kriminalität.

Die Polizei vor Ort, das Auswärtige Amt und die Deutsche Botschaft sind informiert. Bisher gibt es keine Hinweise, wo sich der Vermisste aufhält. Martina A. ist am Montag für eine Woche selbst auf die Seychellen geflogen, um die Suche zu unterstützen. "Wir sind traurig. Er ist ein herzensguter Mensch", sagt Matthias A. Er wünscht sich, dass "wir wenigstens wissen, was mit ihm passiert ist". Tochter, Schwiegersohn und auch die beiden kleinen Enkel hoffen natürlich, dass Opa Günter bald gefunden wird.

Die Polizei München hat eine Vermisstenanzeige aufgenommen, Hinweise unter Tel. 089-2910-0.

 

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