Fall vor dem Verwaltungsgericht Illegale Hundezüchter verklagen Stadt München

Diese Welpen fand die Polizei in der Wohnung des Ehepaars K.. Foto: Tierheim

Das Ehepaar hatte die Tiere in einem VW-Bus und einer winzigen Wohnung eingepfercht. Die Stadt nahm ihnen die Welpen weg. Dagegen haben Sahba und Besim K. geklagt.

 

München25 verängstigte Hunde, teilweise erst wenige Wochen alt, eingepfercht zwischen Müll und Hundekot: Es war ein herzzerreißendes Bild, das sich letzten September den Polizeibeamten bot. In einer Mini-Wohnung in Pasing fanden die Beamten die Welpen. Die Stadt nahm den beiden Besitzern aus Bosnien daraufhin die Tiere weg. Dagegen hat das Paar jetzt vor dem Verwaltungsgericht geklagt – mit einer teilweise absurden Begründung.

Sahba K. (73) und Besim K. (68) hatten die Hunde in einem nichtangemeldeten VW-Bus und in ihrer 35 Quadratmeter großen Wohnung gehalten. Ein Tipp des Münchner Tierschutzvereins brachte die Polizei und die Stadt München auf ihre Spur. Der Verdacht: illegaler Handel mit Welpen.

Das Ehepaar K. hatte keine Zuchtgenehmigung, geimpft waren die Hunde auch nicht. Die Stadt München ließ die verstörten Tiere deshalb ins Tierheim bringen und verbot den K.s, die Tiere zu halten.

Warum das bitter notwendig war, unterstreicht die Veterinärmedizinerin Kristin Steigerwald gestern vor Gericht: „Die Tiere waren vollkommen verängstigt, noch tagelang. Im Tierheim haben sie sich in die hinterste Ecke ihres Zwingers verzogen.“ Erst die Betreuung durch die Tierpfleger ließ sie wieder Vertrauen fassen.

Sahba und Besim K. wollen die Tiere aber zurück und haben gegen die Stadt geklagt. Ihre Begründung: Sie seien nur mit zwei erwachsenen Hunden aus Bosnien nach München gekommen. Die hätten plötzlich geworfen. Alle Welpen habe man „an gute Familien verschenken wollen“. Und die fehlenden Impfungen? Die habe man in Bosnien machen wollen – dort ist es billiger. Ihr letztes Argument: Besim K. leide an Demenz, der Umgang mit Tieren sei gut für ihn. Deshalb will das Paar wenigstens einen Hund wiederhaben.

So wichtig können die Tiere den Ks. aber nicht gewesen sein: Vor Gericht erschienen sie nicht. Der extra für sie bestellte Dolmetscher saß völlig umsonst im Verhandlungssaal.

Sahba und Besim K.s Sicht der Dinge wurde lediglich verlesen. Für den Vorsitzenden Richter Uwe Schöffel ist schnell klar, dass es sich dabei um „Schutzbehauptungen“ handelt. „Es ist deutlich, was man auf den Fotos sieht“, meinte er mit Blick auf die Bilder vom Fundort der Welpen, die die Stadt mitgebracht hat.

Das Urteil kommt dann wenig überraschend: Die Klage der K.s wurde abgewiesen, die Hunde bekommen sie nicht zurück. Auf sie zukommen wird etwas anderes: Ein Strafverfahren, das demnächst eingeleitet werden soll.

 

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