FA Cup "Andere Prioritäten": Liverpool nimmt Pokal-Aus gelassen

Liverpools Trainer Jürgen Klopp nimmt das Aus im FA Cup gelassen. Foto: Jon Super/AP/dpa

Nach dem vorzeitigen Pokal-Aus und der zweiten Niederlage in Folge wäre bei manchen Topclubs Krisenstimmung. Beim FC Liverpool sieht man es gelassen. Premier League und Champions League sind offenbar wichtiger. Ein ehemaliger England-Profi kritisiert das.

 

Wolverhampton - Liverpool-Trainer Jürgen Klopp machte das Wetter für das Pokal-Aus mitverantwortlich. "Der Wind hat nicht gerade geholfen, ganz ehrlich", sagte Klopp nach dem überraschenden 1:2 (0:1) bei den Wolverhampton Wanderers.

"Es hat offensichtlich jeder auf dem Platz Probleme gehabt, den Ball zu kontrollieren." Trotz des erneuten vorzeitigen Ausscheidens seiner Mannschaft aus dem FA Cup und der zweiten Pflichtspiel-Niederlage hintereinander verspürt der Coach abseits des Spielfelds nur wenig Gegenwind.

Der englische Ex-Nationalspieler und TV-Experte Alan Shearer hatte überhaupt kein Verständnis für den Pokal-Auftritt des Tabellenführers der Premier League. "Als ich aufgewachsen bin, hat Liverpool versucht, jede Trophäe zu gewinnen", schrieb Shearer bei Twitter. "Warum sollte sich das ändern?" Shearer deutete damit an, was viele Fußballfans dachten: Klopp habe den Pokal mit seiner Startelf, die er gleich auf neun Positionen veränderte, hergeschenkt.

"Die Liga und die Champions League, das sind die Preise, auf die es Liverpool in dieser Saison abgesehen hat", schrieb die Zeitung "Telegraph". "Sie haben eindeutig andere Prioritäten", meinte auch der "Guardian", räumte jedoch ein, es würde den siebenfachen Pokalsieger sicher nicht kaltlassen, in Runde drei rauszufliegen. Zumal es das vierte vorzeitige Ausscheiden in Folge ist, nachdem für Klopps Team in den vergangenen drei Jahren jeweils in der vierten Runde Schluss war.

Klopp wehrte sich. "Ich bin sicher, dass einige besonders schlaue Leute mir sagen, ich würde den Wettbewerb nicht respektieren", sagte er sarkastisch. "Ich habe viel verändert, weil ich musste, nicht weil ich wollte." Insbesondere gehen seiner Mannschaft, die in dieser Saison defensiv so gut stand, die Verteidiger aus. Zusätzlich zu den Langzeitverletzten Joe Gomez und Joel Matip verletzte sich jetzt auch noch Dejan Lovren. Für ihn kam der erst 16 Jahre alte Ki-Jana Hoever.

Seinem Team habe letztlich der Rhythmus gefehlt, resümierte Klopp und nahm die Schuld dafür auf sich. "Ich habe nicht viele gute Entscheidungen getroffen", sagte er. "Solche Tage gibt es."

Die Enttäuschung in Anfield hielt sich in Grenzen. "Die Reds haben jetzt zwei freie Wochenenden im Januar und im Februar", sah es das Lokalblatt "Liverpool Echo" sogar positiv und schrieb von einem "Schub für die Champions League". Dort trifft der Vorjahres-Finalist im Achtelfinale auf den FC Bayern. Im Hinspiel in Anfield am 19. Februar wird sich erstmals zeigen, ob das Pokal-Aus für Liverpool hilfreich war. Das Rückspiel findet am 13. März statt.

 

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