Extra-Lob für Holger Badstuber Bayern verlassen Katar: Mehr Personal, mehr Qualität

Alles verläuft nach Plan. Der FC Bayern kann ein positives Fazit unter sein Trainingslager in Katar ziehen. Das Lazarett lichtet sich, die Qualität im Training steigt. Das Video zum Abschied aus Katar

Doha - Pep Guardiola tippte sich mehrfach an die Nase, so wie er es gerne macht. Sie sagte ihm diesmal, dass Bastian Schweinsteiger in der Rückrunde "super spielen" werde. Und diese Nase liegt ja außergewöhnlich oft richtig. Aber der Trainer von Bayern München gestand auch, dass sie nicht ständig Recht behält. "Sie war nicht immer gut, besonders im Halbfinale gegen Madrid", schob Guardiola nach.

Dieses grandios verlorene Champions-League-Duell aus der Vorsaison, das die Bayern-Seele trotz des Double-Gewinns tief verletzte, es ist auch in diesem recht ereignislosen Trainingslager in Katar noch irgendwie präsent, und es wird den Fußball-Rekordmeister durch den zweiten Teil der Saison begleiten. "Wir wollen verhindern, dass das wieder passiert", meinte Manuel Neuer. "Unsere Mannschaft kann alles gewinnen. Wir haben gelernt vom letzten Jahr", ergänzte Franck Ribéry.

Sie können sich dieser Tage auch voll darauf konzentrieren, die ersten Schritte in Richtung dieser Phase einzuleiten, in der es im April dann "ans Eingemachte geht", wie Thomas Müller sagt. Derzeit ist nichts in Sicht, was den FC Bayern aus der Bahn werfen könnte. Dafür spricht auch Guardiolas Fazit der Zeit in der Wüstenregion, die am Samstag (18.00 Uhr MEZ) mit dem Test bei Al-Hilal in Saudi-Arabien noch ein wenig verlängert wird. "Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Spieler und ihrer Konzentration und war selten sauer", sagte der Spanier.

Die kleinen Blessuren während der elf Trainingseinheiten in Doha dürften nicht lange nachwirken. Bei Mario Götze und Ribéry zwickte es hier und da, sie seien "ein bisschen müde", begründete Guardiola dies. Juan Bernat war wie Götze kurz nach Ankunft krank. Arjen Robben trug nach einem Malheur im Fitnessraum am Freitag einen Verband an der linken Hand. Doch nur Medhi Benatia ist das einzig wirkliche Sorgenkind. Der Verteidiger konnte nur einmal mit der Mannschaft trainieren, danach setzten ihn Rückenprobleme matt.

Dagegen waren besonders die Signale von David Alaba (nach Innenbandverletzung) derart positiv, dass Guardiola ihn sogar schon aufstellen würde, wäre morgen der 6. Juni und das Champions-League-Finale in Berlin. "Er ist ein totaler Spieler", sagte der Coach - einer also, der alles kann. Und auch Holger Badstuber ist nach seinem im September erlittenen Muskelsehnenriss überaus weit. Dazu spulte Javi Martínez (nach Kreuzbandriss) sein Pensum wie erhofft ab, und in der Heimat näherte sich Kapitän Philipp Lahm der möglichen Rückkehr Ende Februar an.

Die Tendenz geht bis auf fehlende Signale vom Dauerpatienten Thiago stetig in die Richtung, die Guardiola sich für 2015 wünschte: weniger Verletzte. Aber da in der Hinrunde selbst der zeitweise Ausfall von bis zu zehn gestandenen Profis die Bayern nicht in ihrer Überlegenheit störte, ist in Bezug auf die Bundesliga eigentlich nur die Frage spannend, ob die 25. Meisterschaft noch früher feststeht als die vorherige.

Dass Matthias Sammers Grundton insgesamt zurückhaltender ist, liegt wohl eher an seiner Natur. "Ich bin jetzt nicht extrem euphorisch, aber ich bin jetzt auch nicht pessimistisch", sagte der Sportvorstand dem Münchner Merkur über das Trainingslager. Die Euphorie hebt er sich vielleicht für die Königsklasse auf, wo dann sicher Guardiolas Nase wieder ins Spiel kommt.

 

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