Export Argentinien dreht durch: Porsches gegen Wein

Schräge Methode um die Handelsbilanz aufzupolieren: In Argentinien heißt es "Wein für Porsche" Foto: dpa

Schräge Handels-Vorschriften: Für jeden in das südamerikanische Land eingeführten Porsche müssen künftig mehrere hundert Flaschen Rotwein ausgeführt werden.

 

Buenos Aires  – Argentinien versucht mit eigenwilligen Methoden, seine Handelsbilanz aufzupolieren. Für jeden in das südamerikanische Land eingeführten Porsche müssen künftig mehrere hundert Flaschen Rotwein ausgeführt werden. Dazu habe sich der nationale Importeur der deutschen Luxusautos, Pulenta Group, verpflichtet, teilte die Regierung am Mittwoch (Ortszeit) in Buenos Aires mit. Etwa 100 Porsches hofft das Unternehmen in diesem Jahr in Argentinien absetzen zu können.

Freiwillig war die Selbstverpflichtung nicht: Die Regierung hatte tausende, meist aus Deutschland stammende Fahrzeuge der Oberklasse in diesem Jahr im Zoll festhalten lassen. Sie würden erst freigegeben, wenn die Unternehmen verbindlich zusagten, Waren im gleichen Wert der importierten Autos auszuführen, wurde den Autounternehmen beschieden.    

VW Argentina S.A., die in Argentinien unter anderem den neuen „Amarok“-Pickup und Getriebe produziert, konnte die Importsperre als erstes deutsches Unternehmen überwinden. Zuvor hatte VW für dieses Jahr einen Exportüberschuss von umgerechnet 384 Millionen Euro zugesagt.

Schwerer haben es hingegen Hersteller, die nur nach Argentinien importieren, dort aber nicht im Umfang wie VW auch produzieren. Nachdem der Porsche-Importeur nun in großem Stil Wein ausführen will, bleibt abzuwarten, wie sich andere deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz Argentina S.A. oder die BMW Group Argentina verhalten. Daimler produziert in Argentinien den Sprinter, BMW produziert dort gar nicht.

 

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