Exklusives AZ-Interview Stoiber: "Hoeneß ist die Seele des FC Bayern"

, aktualisiert am 03.02.2017 - 17:11 Uhr
FC-Bayern-Aufsichtsratmitglied Edmund Stoiber im Gespräch mit AZ-Redakteur Maximilian Koch. Foto: API/Michael Tinnefeld

Am Montag wird Uli Hoeneß wieder zum Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Bayern gewählt. Vorab hat die AZ mit Edmund Stoiber darüber gesprochen.

 

München - Nur noch bis Montag muss Uli Hoeneß warten - dann ist sein großes Comeback beim FC Bayern vollendet. Nachdem der 65-Jährige im November bereits ins Präsidentenamt gewählt wurde, folgt nun auch die Rückkehr in den einflussreichen Aufsichtsrat. Hoeneß wird am Montag den Vorsitz in dem neunköpfigen Kontrollgremium übernehmen. Vorab hat die AZ mit dem früheren bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber gesprochen. Der 75-Jährige gehört dem Aufsichtsrat des FC Bayern an.

Edmund Stoiber über:

...die Rückkehr von Uli Hoeneß: Das ist gut für den FC Bayern und für Uli Hoeneß. Er bekommt dieses Vertrauen auch, weil er für seinen schweren Fehler glaubwürdig eingestanden ist. Es ist gut, dass in unserer Gesellschaft heute eine zweite Chance selbstverständlicher ist.

...Hoeneß' Bedeutung für den FC Bayern: Keiner bestreitet, dass Uli Hoeneß die Seele des Vereins ist, er lebt voller Leidenschaft den FC Bayern. Deswegen wird er auch von den Fans und von den Spielern so sehr geschätzt, ja geliebt. Wenn etwa Weltklassespieler wie Arjen Robben, Franck Ribéry, Philipp Lahm, Thomas Müller oder Manuel Neuer auch in schwierigen Zeiten öffentlich zu ihm stehen und ihre Freude über die Rückkehr von Uli Hoeneß zum Ausdruck bringen, ist das etwas Besonderes.

...Hoeneß' Zeit im Gefängnis: Du bekommst die Abgründe des Lebens mit. Da sitzen viele schwer Gescheiterte. Das ist eine bleibende Erinnerung. Wenn man mit ihm spricht, gerade in gesellschaftlichen Fragen, ist er nachdenklicher geworden, abwägender. Er hat seine Meinung, aber er hat auch Respekt vor den Niederlagen des Lebens.

...den Rückhalt der Fans für Hoeneß: Die Fans und Mitglieder haben in ihrer überwältigenden Mehrheit immer hinter Uli Hoeneß standen, weil sie wissen, was er für den Verein geleistet hat, dass er ihn mit groß gemacht hat. Einen solch emotionalen Rückhalt gibt es in der Wirtschaft oder auch in der Politik nicht. Er hat eine Straftat begangen, die mit dem FC Bayern nichts zu tun hatte und zu seinem sozialen Anspruch gar nicht passte. Er hat dafür gebüßt und den Schaden beglichen – plus Zinsen. Und das akzeptieren die Leute.

Was Stoiber von Löwen-Investor Hasan Ismaik hält, warum er Philipp Lahm eine Zukunft im Management zutraut und wie er über einen 100-Millionen-Euro-Transfer des FC Bayern denkt, lesen Sie im großen Interview in der Samstagsausgabe der AZ.

 

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