Ex-Präsident wollte Magath Mayrhofer: 50+1 und Ismaik „für 1860 auf Dauer tödlich“

Waren nie besonders gut aufeinander zu sprechen: Ex-Präsident Gerhard Mayrhofer (l) und Investor Hasan Ismaik. Foto: dpa/AZ

Ex-Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer spricht über die Handlungsunfähigkeit des TSV 1860 durch Investor Hasan Ismaik und trauert Felix Magath hinterher. Der wäre für 200.000 Euro gekommen

 

München - Im Juni war seine Vision endgültig gescheitert. Ex-Präsident Gerhard Mayrhofer wollte die Löwen durch eine Loslösung von Gesellschafter Hasan Ismaik in eine bessere Zukunft führen. Mit der Installation eines Investorenkonsortiums und mit Felix Magath als starkem Mann auf sportlicher Ebene. Weil die Gespräche scheiterten, zog Mayrhofer die Konsequenzen und trat zurück.

Jetzt spricht er im „kicker“ über das Verbindung Ismaik und TSV 1860 – und jene bei den Löwen offenbar sinnlose Regelung, die dem Klub Entscheidungshoheit garantieren soll: „Die 50+1-Regel bei 1860? Wie soll das gehen? Bei einer finanziellen Abhängigkeit des Mehrheitsgesellschafters ist 50+1 reine Makulatur. Die DFL sollte die Regel komplett fallen lassen, weil sie absurd ist."

Mayrhofer wirft dem Investor vor: „Ismaik hat nie investiert, er hat allerhöchstens Defizite ausgeglichen. Der Mehrheitsgesellschafter hat offensichtlich keine Idee, was er mit 1860 machen möchte und treibt den Verein damit in die Handlungsunfähigkeit. Diese Mischung ist absolut toxisch und wird für 1860 auf Dauer tödlich sein."

Der ehemalige Ober-Löwe wollte nicht nur Ismaik loswerden, sondern auch Felix Magath an die Grünwalder Straße holen. Eine Verpflichtung des Fußball-Fachmannes, der für eine Jahresgehalt von 200.000 Euro gekommen wäre, hätte „eine historische Möglichkeit“ bedeutet, doch „Ismaik wollte ihn nicht, und Basha hat das Ganze von Anfang an torpediert.”

Besagter Löwen-Geschäftsführer reagierte entzürnt auf die Aussagen Mayrhofers, sein Vertrauter und Cousin Ismaik habe nicht investiert: „Es ist unglaublich, dass Mayrhofer sagt, Ismaik sei ein Investor, der nicht investiere. Allein in den letzten zweieinhalb Jahren hat Ismaik zirka 15 bis 16 Millionen Euro ausgegeben.“

Während Ismaik und Mayrhofer auch nach dessen Aus keine Freunde mehr werden, sehen sich die Löwen nach wie vor mit der 50+1-Problematik konfrontiert. Geschäftsführer Markus Rejek, der die Regel als „nicht mehr zeitgemäß“ bezeichnet: „50+1 soll die Traditionsvereine schützen. Aktuell gibt es Beispiele, wie sie de facto ausgehebelt ist.“ Die Löwen sind ein trauriges Beispiel dafür.

 

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