Ex-Mitarbeiter klagen, offene Rechnungen Bericht: Haus der Kunst mit finanziellen Schwierigkeiten

Das Haus der Kunst hat offenbar erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Foto: Sven Hoppe/dpa

Das Haus der Kunst steckt einem Medienbericht zufolge gehörig in Schieflage. Juristische Streitereien und offene Rechnungen über eine Million Euro belasten offenbar den Etat des Museums.

München - Wie die Süddeutsche Zeitung am Donnerstag berichtet, hat das Haus der Kunst offenbar erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Zahlreiche offene Rechnungen bei Handwerkern, Transportunternehmen, aber auch ehemaligen Mitarbeitern belaufen sich demnach auf über eine Million Euro.

Die Zweifel an der Wirtschaftlichkeit sind so hoch, dass die Landtags-SPD in einem Dringlichkeitsantrag Aufklärung fordert. Auch die Mitglieder des Finanzausschusses der Haus der Kunst-Stiftung hegen dem Bericht nach "erhebliche Zweifel" am Wirtschaftsplan des Hauses: Neben den offenen Rechnungen beunruhigt das Gremium auch die Kalkulation mit Besuchereinnahmen. So rechnete das Haus der Kunst im Jahr 2016 mit Besuchereinnahmen von 900.000 Euro - die zugehörige Ausstellung wurde dann aber weit weniger besucht als angenommen. Für dieses Jahr rechne man mit über einer Million Euro - das sei utopisch.

Ex-Mitarbeiter klagt auf sechsstellige Summe

Zu diesen Fehlplanungen kommen Gerichtsstreitigkeiten, die ebenfalls noch viel Geld kosten könnten. Ein ehemaliger Mitarbeiter klagt in einem Arbeitsgerichtsprozess auf mehrere hunderttausend Euro. Der Mann arbeitete 22 Jahre lang für das Museum, hatte aber nie eine Festanstellung. Auf der Homepage wurde er aber als "Personalverwalter" geführt und handelte weisungsbefugt. Auch die Streitigkeiten in Folge des Skandals um Scientology-Angehörige in den eigenen Reihen und die schleppende Aufklärung dieser Fälle sind kostspielig.

Die Geschäftsführung des Haus der Kunst sagte gegenüber der SZ, dass "keine Rede von einem massiven Liquiditätsengpass sein könne". Das Ausstellungsgeschäft sei verbunden mit hohen Aufwendungen, etwa für den Abbau alter und den Aufbau neuer Ausstellungen; auch der Import der Kunstwerke sei teuer. Die Kosten würden oft erst mit späteren Erlösen gedeckt.

 

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