Ex-Löwe Hofmann über Stadionpläne "Als Fan musst du dich von der Nostalgie lösen"

Fordern den Auszug aus der Allianz Arena: Die Löwen-Fans in der Nordkurve des Stadions in Fröttmaning. Foto: sampics/Augenklick

Der ehemalige Löwe Michael Hofmann über die Stadionpläne der Löwen und das Vorhaben von Investor Hasan Ismaik.

 

München - Er kennt noch andere Zeiten, damals, als es vor 69.000 Zuschauern im Olympiastadion gegen den FC Bayern ging. Seinerzeit war der Löwe wer – und das deutschlandweit. Das ist Jahre her. Doch Michael "Michi" Hofmann hielt stets zu den Sechzgern. "Dass der Verein die 2. Liga gehalten hat", sagt der einstige 1860-Torhüter im Gespräch mit der AZ, "war elementar wichtig."

Wie vielen im Umfeld der Giesinger geht es auch ihm darum, wo der TSV 1860 auf lange Sicht seine Heimspiele austrägt. Ein Abstieg hätte diese Frage vorerst deutlich zugunsten der Alternative Grünwalder Stadion verschoben. Für den früheren Stammtorwart ist dieses Szenario nicht die Ideallösung. "Ein Beispiel: Als ich vor dem Paderborn-Spiel an die Allianz Arena gefahren bin, waren 54.000 da, und damit eben doch weit mehr als die 15.000 Zuschauer, die ins Grünwalder kommen würden", meint Hofmann. "Jetzt gilt es auf die Pläne des Investors zu warten." Der hatte einen Stadionneubau in Riem angekündigt.

Hofmann habe die Hoffnung auf ein Stadion "für 30.000 bis 40.000 Fans. Da lassen sich Zuschauereinnahmen ganz anders generieren als im Grünwalder". Und dieses Geld brauche Sechzig. Das müssten auch die Fans verstehen. "Der Klub kann nicht nur in der Vergangenheit leben. Andere Traditionsvereine haben auch ihre Kultstadien verlassen, zum Beispiel Alemannia Aachen, Gladbach oder Mainz 05", meint der 43-Jährige. "Als Fan musst du dich von der Nostalgie lösen."

Denn laut Hofmann sei die Zeit reif, dass die Löwen wieder Schritte nach vorne machen. Er sehe, dass im Verein "ehrlich, hart und erfolgreich gearbeitet wird". Für diese ehrliche Arbeit stünde auf dem Platz vor allem Sascha Mölders. "Ich habe früher gegen ihn gespielt und jüngst mit ihm gesprochen", schildert Hofmann. "Er ist ein Fußball-Arbeiter, kommt nicht umsonst aus dem Ruhrpott. Er arbeitet mit Emotionen. Damit schweißt er zusammen." Dank solcher Spieler könne der Löwe wieder wer werden, glaubt Hofmann – auch deutschlandweit.

 

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