Ex-Häftling im KZ Dachau Holocaust-Überlebender Uri Chanoch gestorben

Uri Chanoch bekam 2009 das Bundesverdienstkreuz überreicht. Jetzt ist der ehemalige KZ-Häftling in Israel gestorben. Foto: dpa

Er war Vorsitzender der Vereinigung der Überlebenden des KZ in Dachau, warnte auf Vorträgen immer wieder vor Rechtsradikalismus und warb für Demokratie: Jetzt ist der Holocaust-Überlebende Uri Chanoch im Alter von 87 Jahren gestorben.

 

München - Der Holocaust-Überlebende Uri Chanoch ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Das teilte die Stiftung Bayerische Gedenkstätten am Mittwoch mit. Chanoch war Vorsitzender der Vereinigung der Überlebenden der KZ-Außenlager Dachau und sprach als Stiftungsratsmitglied immer wieder über das Grauen, das er als Jugendlicher erleben musste. Sein Ziel war es nach Stiftungsangaben stets, seine Erlebnisse weiterzureichen, "vor Rechtsradikalismus zu warnen und für Demokratie zu werben".

"Wir trauern um eine große Persönlichkeit und einen engagierten Freund und Förderer der deutsch-israelitischen Beziehungen", sagte Stiftungsdirektor Karl Freller. "Sein persönlicher Einsatz als Zeitzeuge bis ins hohe Alter war von unschätzbarem Wert für die Gedenkarbeit in Bayern."

Uri Chanoch wurde 1923 in Litauen geboren. Im August 1941 zwangen die Nazis seine Familie, in das dortige Ghetto zu ziehen. Im Juli 1944 wurde die Familie nach Deutschland deportiert und im KZ Stutthof getrennt. Uri Chanoch, sein Bruder und sein Vater kamen nach Landsberg/Kaufering, seine Mutter und seine Schwester blieben in Stutthof. Er sah die beiden nie wieder. Sein Vater starb mit 55 Jahren in Auschwitz. Chanoch und sein Bruder überlebten den Holocaust und gingen nach Israel. Dort starb er am Dienstag.

 

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