EX-CSUler betreibt Bordell Der Münchner Puff-Pirat

Ein Mitglied der Münchner Piraten betreibt ein Bordell in Oberösterreich. Foto: az/ddp

Tobias Wandinger (30) sitzt für die Freibeuter im Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl. Sein Geld verdient der umtriebige Jung-Politiker mit einem Laufhaus in Österreich

München - Wenn Tobias Wandinger etwas macht, dann macht er es auch mit Lust: Ob er nun den Münchner Weltklasse-Triathleten Faris Al-Sultan managte oder für seine CSU im Münchner Norden Plakate klebte. Doch seit einer bombigen Geschichte ist für ihn bei den Schwarzen Schluss mit lustig, und jetzt hat es ihn zu den Piraten verschlagen. Nun kommt heraus: Dem Politik-Freibeuter gehört auch noch ein Freudenhaus: ein Puff in Oberösterreich.

Mit einem Schlag ist Wandinger (30) im Jahr 2008 bekannt geworden: Da hat er „im Namen Allahs“ auf dem Flughafen von Verona eine Bombendrohung ausgesprochen. Er wollte ein Flugzeug nach München aufhalten. Wandinger kam in U-Haft, das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt, wie er der AZ berichtet.

Aus der CSU, in der er es bis in die Kreisspitze geschafft hatte, musste er raus. Und Geld verdienen musste er auch. Das macht er als Immobilienmanager und im Straßenverkehr: Im Transportunternehmen seines Vaters – und seit zweieinhalb Jahren auch mit einem erotischen „Laufhaus A9“ neben der Autobahn in Oberösterreich. Das Haus hatte er als Hotel „Uomo“ (italienisch für Mann) im Jahre 2007 mit dem österreichischen Bauunternehmer Josef Ettinger in Ried im Traunkreis neben der Pyhrn-Autobahn gebaut, als normales Hotel mit 88 Betten.

„Doch das Hotel ist nicht gut gelaufen“, erzählt Wandinger der AZ. Im Jahre 2009 ging es in Konkurs. Und aus dem Uomo wurde – Mann, oh Mann – ein Herrenhaus. Alexander Gerhardinger, ein Experte aus dem Lust-Fach, trat auf den Plan. Er betrieb bereits einen Nachtclub und eine prickelnde Saunawelt. Er war auch schon mit der fixen Idee bekannt geworden, ein Bordell an die Börse zu bringen. Gerhardinger stieg ein. Seitdem ist das Uomo ein Lusttempel für Herren und heißt „Laufhaus A9“. Dem Münchner Piraten Tobias Wandinger gehören 49 Prozent der Anteile an der „Uomo Hotel- & VermietungsgmbH“.

Knackige Mädels bieten dort ihre Liebesdienste an. Mit Diskretion: An den Zimmertüren hängen Fotos der käuflichen Arbeits-Bienen. „Es gibt keinen Konsumationszwang, keine lästigen Anmachsprüche“, heißt es auf der freizügigen Homepage (erst ab 18!): „Die Mädchen sind im Haus eingemietet und arbeiten selbständig“ – und das „ausnahmslos mit Schutz“.

Wandinger steht zu seinem Bordell: "Mir ist das relativ wurscht. Solange ich meine Rendite bekomme, ist mir das egal.“ Mit der Geschäftsführung habe er nichts zu tun. Er besucht die Liebes-Stätte wohl „von Zeit zu Zeit“, wie Wandinger erzählt: „Aber ich nutze die Dienstleistungen nicht.“

Seine Geschäfte hätten mit seinem politischen Engagement nichts zu tun, merkt er an. Nun ist er Pirat, nachdem er wegen der Verona-Geschichte seine CSU-Heimat verlassen hat (dort verspotten sie ihn nun als „Luft-Piraten“). Seit Dienstag sitzt er für die Piraten im Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl. Doch bei aller Internet-Affinität der Piraten: Wandinger hat alle Fotos aus dem Netz verbannt – und gibt keine neuen von sich her.

 

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