Evangelische Kirche Finanzskandal beim Dekanat: Jetzt ermittelt der Staatsanwalt

Bei der evangelischen Kirche brennt derzeit die Hütte. Hier die Matthäuskirche am Sendlinger Tor. Foto: ho

Finanzskandal bei der evangelischen Kirche: Der Schaden beträgt 5,5 Millionen – mindestens.

 

München Beim Finanzskandal im Dekanat München kommen weitere Details zum Vorschein. Derzeit ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen den inzwischen suspendierten Leiter der Finanzabteilung im Münchner Kirchengemeindeamt wegen des Verdachts auf Untreue.

„Die Anzeige wurde im November erstattet“, bestätigte Stadtdekanin Barbara Kittelberger am Freitag auf epd-Anfrage. Die Öffentlichkeit sei in Absprache mit der Staatsanwaltschaft nicht darüber informiert worden, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

Die Sonderprüfung des kirchlichen Rechnungsprüfungsamtes werde für kommende Woche erwartet. Dann werde es im Landeskirchenamt ein erstes Gespräch geben, um noch offene Sachverhalte zu klären und mögliche Konsequenzen zu besprechen.

Erst wenn der endgültige Bericht stehe, könnten auch die Gemeinden und die Öffentlichkeit informiert werden. Das Kirchengemeindeamt, das die Rücklagen der Gemeinden sowie Werke und Dienste des Dekanatsbezirks in Höhe von 32 Millionen Euro treuhänderisch verwaltet, hatte seit 2011 fast die Hälfte der Summe in Mittelstandsanleihen in den Branchen Solar, Wind, Wasser und Müllrecycling investiert.

Im Juli 2013 war eines dieser Unternehmen insolvent geworden, bis Dezember 2013 folgten drei weitere Insolvenzen. Insgesamt geht es um einen möglichen Verlust von Anleihen in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro.

 

0 Kommentare