Europawahl Wahlergebnis 2014 Endergebnis: So hat Ihr Stadtviertel abgestimmt

So hat München gewählt. Klicken Sie durch die Stadtviertel! (In Klammern der prozentuale Unterschied (+/-) zu den Ergebnissen der Europawahl von 2009. Quellen: Wahlamt der Stadt München, Statistisches Amt der Stadt München) Foto: Fotolia/AZ

In München legen die Sozialdemokraten als einzige große Partei zu. CSU und FDP sind die großen Wahlverlierer, doch die Schwarzen bleiben stärkste Partei -Wahlbeteiligung leicht gestiegen. Die AZ zeigt, wo in München wie abgestimmt wurde.

 

München – Die Europawahl hat in München alles wieder auf den Kopf gestellt: Nach den letzten Wahlniederlagen legt die SPD sensationell um 8,8 Prozentpunkte auf 25,7 Prozent zu, die CSU verliert dramatisch 6,1 Prozentpunkte, bleibt aber mit 26,9 Prozent wie schon zur Stadtratswahl im März die stärkste Partei. Und: Alle amtierenden Münchner Europaabgeordneten sind draußen: Nur der Neuling von der ÖDP konnte sich durchsetzen. So zieht mit dem Wissenschaftler Prof. Klaus Bucher nur ein Münchner ins neue EU-Parlament (bisher drei).

Abgewählt sind: Bernd Posselt (57, CSU), der seit 1994 im Europaparlament sitzt. Und Nadja Hirsch (36, FDP). Beide sehr knapp: Posselt stand auf Platz 6 – nur fünf CSU’ler haben’s geschafft. Nadja Hirsch auf Platz 4 – nur drei Liberale kamen durch. Zwei Münchner hören freiwillig auf: Gerald Häfner (Grüne) und Wolfgang Kreissl-Dörfler (SPD).

Die SPD hat entgegen allen Befürchtungen kräftig zugelegt. Bei den Europawahlen 2004 und 2009 lag sie mit 18,8 und 16,9 Prozent klar hinter CSU und Grünen auf Platz drei. Jetzt hat sie als einzige große Partei zugelegt (26,9 Prozent). „Das ist ein Tag der Freude“, sagt der Münchner Europakandidat Ralf Mattes: „Das zeigt auch, dass die Politik von OB Dieter Reiter und der SPD im Rathaus nicht zu der Abstrafung geführt hat, die viele befürchteten. Im Gegenteil!“

Doch obwohl die SPD in München und Bayern zugelegt hat, schickt sie keinen Münchner nach Brüssel: Ralf Mattes war ursprünglich auf Platz zehn der Bundesliste gesetzt, wurde dann aber auf Platz 69 zurückgeschoben, weil sich die Bayern im Bund nicht durchsetzen konnten.

Die Grünen haben erstmals wieder verloren: minus 1,7 Prozentpunkte (auf 19,7 Prozent). Bei den Europawahlen 2004 und 2009 waren sie nach der CSU die zweite Kraft. Sie haben in fünf Stadtteilen die Mehrheit (2009: sechs): Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt, Au-Haidhausen, Sendling, Schwanthalerhöhe. Dort bekam die CSU jeweils schwindelerregend wenig Stimmen.

Auch die FDP hat mit minus 8,3 Prozentpunkten massive Verluste einstecken müssen. „Die Zeit war wohl zu knapp, dass sich die FDP neu aufstellt und die Wähler dies auch registrieren“, meint Nadja Hirsch. Sie will sich jetzt in München beruflich wieder niederlassen: „Ich bin Psychologin und denke, dass ich mich im Kommunikationsbereich engagieren werde.“

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Die AfD kam auf 7,8 Prozent – viel mehr als zur Stadtratswahl (2,5 %). Die Rechtsextremisten spielten mit rund 0,6 Prozent keine Rolle. Anders als bei früheren EU-Wahlen.

Die Wahlbeteiligung war mit 45,8 Prozent höher als bei den letzten EU-Wahlen und höher als bei der Stadtratswahl im März (42,9 Prozent).

 

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