Europa-League-Quali Paciência gefeierter Mann bei Frankfurts Europa-Party

Frankfurts Goncalo Paciencia lässt Tallinn-Keeper Matvei Igonen keine Chance. Foto: Arne Dedert/dpa

Eintracht Frankfurt hat die erste Hürde auf dem angestrebten Weg in die Gruppenphase der Europa League gemeistert. Beim Sieg gegen Tallinn werden zwei Spieler besonders gefeiert - einer vor dem Spiel und einer danach.

 

Frankfurt/Main - Mit einem Doppelpack hat Geburtstagskind Gonçalo Paciência die erste Europa-Party von Eintracht Frankfurt in dieser Saison gekrönt und die Hessen der Gruppenphase der Europa League einen Schritt näher gebracht.

Beim 2:1 (1:1) gegen den estnischen Tabellenführer FC Flora Tallinn traf der am Donnerstag 25 Jahre alt gewordene Portugiese in der 37. und 54. Minute (Handelfmeter). Der Fußball-Bundesligist hatte schon das Hinspiel mit 2:1 gewonnen und steht in der nächsten Runde am 8. und 15. August gegen den FC Vaduz aus Liechtenstein erneut vor einer machbaren Aufgabe. Vlasiy Sinyavskiy (40.) traf vor 48.000 Zuschauern zum zwischenzeitlichen Ausgleich für den klar unterlegenen Außenseiter.

"Es war natürlich nicht einfach. Die Fans haben es zu einem besonderen Erlebnis gemacht", meinte Sportvorstand Fredi Bobic. "Wir sind in der Vorbereitung, die Jungs müssen über ihren inneren Schweinehund gehen", sagte er und forderte: "Wir müssen unsere Sache noch besser machen." "Das Wichtigste ist das Ergebnis", sagte Kapitän Makoto Hasebe bei Nitro. "Wir können uns noch steigern", meinte der Japaner und hob positiv besonders die erneut bemerkenswerte Atmosphäre im Stadion hervor.

Den ersten Jubel in der ausverkauften Frankfurter Arena gab es schon vor dem Anpfiff, als Rückkehrer Martin Hinteregger von den Fans frenetisch empfangen wurde. Der Transfer des in der Rückrunde der Vorsaison ausgeliehenen Defensivspielers vom Ligarivalen FC Augsburg war wenige Stunden zuvor finalisiert worden. "Ich bin endlich wieder zu Hause. Das fühlt sich gut an, einfach überragend", sagte der sichtlich gerührte Österreicher.

Danach gehörte die Bühne seinen Teamkollegen, die erst am Vorabend aus dem Trainingslager in Windischgarsten nach Frankfurt gereist waren und sich trotz klarer Dominanz vor allem spielerisch schwer taten. Im Mittelfeld fehlte es an Ideen und in vorderster Linie machte sich das Fehlen von Ante Rebic bemerkbar. Der von Inter Mailand umworbene kroatische Vize-Weltmeister, der zuletzt über Rückenprobleme klagte, stand nicht einmal im Kader.

Dennoch hätte die Eintracht früh alles klar machen können. Dominik Kohr (8.) und Paciência (14.) sorgten für erste Torgefahr. Die Gäste kamen kaum einmal aus der eigenen Hälfte heraus und konnten die Eintracht-Defensive nicht wirklich fordern.

Die Führung für die Hausherren ließ jedoch auf sich warten, weil Neuzugang Dejan Joveljic (26.) und erneut Paciência (28.) weitere gute Chancen ausließen. Wenig später stand der Portugiese nach einer Hereingabe von Danny da Costa dann aber goldrichtig und köpfte zum 1:0 ein.

Doch plötzlich wurde der Bundesligasiebte des Vorjahres nachlässig - und dafür prompt bestraft. Sinyavskiy verlud Rechtsverteidiger Almamy Touré am Strafraumeck und schlenzte den Ball unhaltbar für Frankfurts Torwart Felix Wiedwald ins lange Eck.

Der Warnschuss kurz vor der Pause rüttelte das Team von Trainer Adi Hütter wieder wach. Nach dem Wechsel hatte der Favorit die Partie im Griff und ging erneut in Führung. Einen Schuss von Da Costa blockte Henri Järvelaid im Strafraum mit dem Ellbogen - den fälligen Elfmeter verwandelte Paciência sicher. In Gefahr geriet das Weiterkommen der Frankfurter danach nicht mehr.