Etliche Stellen unbesetzt Ministerium klagt: Lehrer an Grund- und Mittelschulen fehlen

In der Schule gilt: immer schön brav melden - wie diese beiden Grundschüler. Foto: David Ebener/dpa

Wenn an Schulen Lehrer fehlen, ist das ein Problem für die Schüler und auch das übrige Lehrerkollegium. Lehrerverbände haben deshalb Alarm geschlagen. Aktuell ist die Lage besser, aber noch nicht gut.

 

München - Trotz umfangreicher Notmaßnahmen fehlen an bayerischen Grund- und Mittelschulen immer noch Dutzende Lehrer. Anfang März waren etwa 60 Stellen im Freistaat unbesetzt, wie die zuständige Referatsleiterin im Kultusministerium, Gisela Stückl, am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtags berichtete.

Hauptgrund sind 400 Ruhestandsversetzungen Anfang Februar, von denen rund drei Viertel nicht planbar gewesen seien. Von diesen 400 offenen Stellen hätten inzwischen bis auf 60 alle besetzt werden können.

Forderung nach Konzept für plötzliche Engpässe

Die Opposition forderte weitere Notmaßnahmen, um die Lücken schnellstmöglich zu stopfen - und auch ein längerfristiges Konzept, um solche Engpässe künftig zu vermeiden. Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Simone Fleischmann, kritisierte am Rande der Sitzung, dass während des Schuljahres Dutzende Stellen unbesetzt seien, "das geht halt einfach nicht".

Die Situation ist nach Darstellung Stückls aus verschiedenen Gründen problematischer als in den Vorjahren: Aufgrund der zunehmenden Schülerzahlen wegen der vielen Flüchtlingskinder wurden bereits zum Schuljahresbeginn alle fertig ausgebildeten Lehrer eingestellt. "Die Wartelisten sind komplett geräumt", sagte sie. Auch die sogenannte Mobile Reserve - das sind Lehrer, die bei kurzfristigen Ausfällen einspringen - wurde komplett besetzt und sogar etwas aufgestockt.

Inzwischen sind damit aber keine zusätzlichen Lehrer mehr kurzfristig verfügbar. Deshalb werden inzwischen auch Lehrer anderer Schularten an Grund- und Mittelschulen eingesetzt und teilweise ganz "umqualifiziert". Andere Lehrer stocken ihre Stunden auf, sogar freiwillige Arbeitszeitkonten wurden laut Ministerium eingeführt. Dank all dieser Maßnahmen stelle sich die Situation nicht so dramatisch dar, wie man im Februar noch habe annehmen müssen. In einzelnen Landkreisen sei die Situation aber noch schwieriger.

Weitgehend überwunden sind demnach Lehrerausfälle wegen der Grippewelle. Vor einigen Wochen mussten fast 1.000 von insgesamt 30.000 Klassen anderweitig versorgt werden, jetzt ist es noch die Hälfte. "Da haben wir jetzt keinen Notstand mehr", sagte Stückl.

 

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