Es stinkt zum Himmel Stadt schließt Ekel-Häusl

Dreck an Türen und Wänden, verstopfte Schüsseln, bestialischer Gestank: das Örtchen am Scheidplatz. Foto: Daniel von Loeper

Die Stadt will jetzt die Ekel-Häusl schließen. Die Stadtwerke sollen sich darum kümmern – die CSU protestiert.

 

München - Die öffentlichen Toiletten in München – seit Jahrzehnten stinkt dieses Thema zum Himmel. Bereits in den 90er Jahren wurden einige geschlossen. Dann hat die Stadt versucht, die öffentlichen WC zu privatisieren oder Private einzubinden. Alles erfolglos. Das wäre oft teurer gewesen, als die Häusl zu behalten. Die meisten sind in einem absolut desolaten Zustand. 52 von ihnen sind an U-Bahnhöfen und gehören den Stadtwerken.

Nach einem neuen Konzept des Kommunalreferats sollen jetzt 34 der 73 öffentlichen WC geschlossen werden. Es sei denn, Kioskbetreiber wollen eine Toilette gegen eine geringere Kiosk-Pacht übernehmen.

Die Pläne werden jetzt mit den Bezirksausschüssen und dem Senioren- und Behindertenbeirat besprochen. Im Juli soll der Stadtrat entscheiden. Die Rathaus-CSU läuft dagegen bereits Sturm. „Das lehnen wir strikt ab”, so Fraktionsvize Hans Podiuk.

Das Kommunalreferat hat die 73 WC-Anlagen je nach Frequentierung in vier Cluster unterteilt. Nummer 1 sind sieben Anlagen am Marienplatz, Hauptbahnhof, Max-Weber-Platz, Goetheplatz, Isartorplatz, Prinzregentenplatz und Münchner Freiheit. Sie machen zusammen 47 Prozent der Nutzungen aus.

Im Cluster 4 sind die 34 am wenigsten genutzten Toiletten. Sie sind von der Schließung bedroht. Das sind: Theresienwiese, Odeonsplatz, Waldfriedhofstraße, Milbertshofen, Stiglmaierplatz, Bavariaring, Olympiazentrum, Petuelring, Kieferngarten, Königinstraße, Studentenstadt, Neuperlach Süd, Gollierplatz, Elisabethplatz, Herkomerplatz, Am Nockherberg. Und die U-Bahnhöfe Harthof, Großhadern, Kolumbusplatz, Messestadt-Ost, Forstenrieder Allee, Haderner Stern, Obersendling, Josephsplatz, Am Hart, Hasenbergl, Karl-Preis-Platz, Brudermühlstraße, Dülferstraße, Lehel, Candidplatz, Richard-Strauss-Straße, Böhmerwaldplatz, Friedenheimerstraße.

Das Kommunalreferat schlägt vor, dass die Stadtwerke ihre U-Bahn-Toiletten auf eigene Kosten sanieren. Podiuk wäre auch damit einverstanden, dass für die Toilettennutzung ein „angemessenes Entgelt" von 50 bis 70 Cent verlangt werde.

 

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