Es stinkt zum Himmel Hauptbahnhof: Wild-Biesler werden immer mehr zum Problem

Wild-Biesler werden immer mehr zum Problem am Hauptbahnhof. Foto: dpa

Einige erleichtern sich ungeniert mitten in der Halle des Münchner Hauptbahnhofs. Fast täglich erwischt die Polizei ein paar Biesler. Mache sind zu betrunken oder zu geizig für die Toilette.

Ludwigsvorstadt - Es stinkt zum Himmel und das darf man durchaus wörtlich nehmen. Wer durch den Hauptbahnhof geht und plötzlich in einer Pfütze steht, wird feststellen, dass es nicht immer Regenwasser ist, was da am Boden glänzt.

"Fast jeden Tag erwischen wir irgendwo im Bahnhof einen Wildbiesler", sagt Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei. Zwei Männer wurden diese Woche beobachtet, wie sie in eine S-Bahn bieselten.

Allein zwei Wild-Biesler am Donnerstag erwischt

Direkt vor dem Eingang zur Wache am Bahnsteig 26 ist ein 46-Jähriger aus Furth im Wald am Donnerstag ertappt worden. Mit 3,47 Promille war der Oberpfälzer sturzbetrunken - immerhin zählt er zu den schamhafteren Naturen. Damit nicht jeder im Vorbeigehen mitbekam, was er da tat, hatte er sich dicht an eine Säule gestellt.

Manche suchen sich abgelegene Stellen, einen Treppenabgang, das Ende eines Bahnsteigs, oder Ähnliches, um sich dort zu erleichtern.

" Wir haben aber schon Biesler erwischt, die standen mitten in der Haupthalle in der Menge und ließen es einfach laufen", erzählt ein Streifenpolizist.

Übeltäter sind häufig betrunken - oder geizig

Die Bahn versucht, den Dreck möglichst schnell zu beseitigen. "Jeden Tag sind neun Leute rund um die Uhr zwischen Pasing und Ostbahnhof im Einsatz", sagt ein Bahnsprecher. Die Putzkräfte beseitigen Urin, Kot oder Erbrochenes.

Am Ostbahnhof wurde am Freitag ein 76-jähriger aus Giesing erwischt. Der Rentner hinterließ eine Urinpfütze zwischen einem Dönerstand und der Rolltreppe, die hoch zum Busbahnhof führt.

Es ist schon vorgekommen, dass Reisende, die die Biesler ansprachen, angepöbelt oder sogar geschlagen wurden. Oft sind die Übeltäter betrunken, manche sind aber auch schlicht zu geizig. Bei "rail&fresh" am Hauptbahnhof kostet der Gang zur Toilette einen Euro. Auch in Restaurants gäbe es Toiletten. "Generell sind Gaststätten aber nicht verpflichtet, jedem Passanten den Toilettengang zu ermöglichen", betont KVR-Sprecher Johannes Mayer. Insgesamt gibt es 116 öffentliche Toiletten in der Stadt.

Die meisten Wildbiesler sind im südlichen Bahnhofsviertel, im Alten Botanischen Garten, am Königsplatz und am Ostbahnhof unterwegs. Im Schnitt werden jedes Jahr zwischen 600 und 700 erwischt. 95 Prozent davon sind Männer.

Wildbiesler zahlen 100 Euro Bußgeld. Johannes Mayer: "Das ist von Ort, Situation und Ausmaß abhängig. Je nach Uhrzeit und der Art und Weise, wie sich der Betroffene verhält, kann es aber auch teurer werden."

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