Es ist vollbracht Jetzt geht's los! Spatenstich für die zweite Stammstrecke

Am Drücker (v.l.n.r.): DB-Vorstandsvorsitzender Richard Lutz, Verkehrsminister Alexander Dobrindt, Ministerpräsident Horst Seehofer (beide CSU), Münchens OB Dieter Reiter (SPD), Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla und Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Foto: dpa

Beim Festakt zum Beginn der Bauarbeiten zeigt sich die hohe Politik begeistert. OB Reiter: "Ein Nutzen für die ganze Stadt".

 

Die Bezeichnung "Spatenstich" ist ziemlich irreführend, aber eine kleine Schippe Erde aus dem Boden zu kratzen, das ist natürlich kein angemessenes Symbol für ein "Jahrhundertprojekt", wie Ministerpräsident Horst Seehofer die zweite S-Bahn-Stammstrecke nennt.

Darum drücken an diesem Nachmittag auf dem Marienhof sechs erwachsene Männer mehr oder weniger gleichzeitig auf einen roten Knopf, von einer zweistelligen Zahl Kamerablitzlichter ausgeleuchtet, und ein Baggerfahrer versenkt die Schaufel seines Gefährts in einen Haufen Kies, fährt ein paar Meter mit, lädt den Kies dann in einen Kipplaster, der an der Straße wartet.

Was jetzt geschieht mit dieser ersten Ladung symbolischen Zweite-Stammstrecke-Buddelrestes? Weiß er nicht, sagt ein Arbeiter an der Baustelle.

Seehofer erklärt das Projekt für "unumkehrbar"

Aber das ist ja jetzt, beim Festakt zum offiziellen Baubeginn und noch mitten im zweitägigen Bürgerfest am Marienhof mit Musik und Freiluftkünstlern, auch egal. Es ist ja noch genug Zeit, um das herauszufinden: Der Bau der unterirdischen Stationen beginnt ab 2018; 2026 sollen die ersten S-Bahnen durch den neuen Tunnel rollen.

Und diesen Zeitplan werde man – anders als Berlin mit seinem Flughafen – hoffentlich auch einhalten, sagt Seehofer.

Ebenso den Kostenrahmen. Der liegt inklusive eines Risikozuschlags von rund 650 Millionen Euro bei 3,85 Milliarden Euro. Nach langem Hin und Her hatten alle Beteiligten Ende 2016 die Finanzierung geklärt: Gut 1,55 Milliarden Euro übernimmt die Bundesregierung, der Freistaat rund 1,29 Milliarden Euro, die Stadt rund 160 Millionen Euro. Die Bahn beteiligt sich mit rund 180 Millionen Euro.

Von einem "historischen Tag" spricht Knopfdrücker und Verkehrsminister Alexander Dobrindt, von einem "besonderen Tag" der relativ neue Bahnchef und Grube-Nachfolger Richard Lutz – und so abgegriffen diese Wortgruppen sind: 25 Jahre nach den ersten Überlegungen zu einer zweiten S-Bahn-Strecke durch die Landeshauptstadt zu deren Starttag sind sie tatsächlich angebracht.

Noch für zukünftige Generationen werde dieses Projekt von großer Bedeutung sein, sagt Seehofer – "und ab dem heutigen Tag unumkehrbar".

Das richtet sich natürlich an die Gegner des größten Infrakstruktur-Projektes der Stadt, denen er eine Seehofer-Weisheit mit auf den Weg gibt: "Im Leben muss man auch mal eine Belastung in Kauf nehmen, um ein höheres Ziel zu erreichen."

Oberbürgermeister Dieter Reiter versucht es versöhnlicher. Er verstehe schon, dass niemand "ohne einen direkten Vorteil den Dreck vor seinem Haus haben will". Doch nun gehe es darum, den "Nutzen für eine ganze Stadt in den Vordergrund zu stellen".

Das zentrale Infozentrum mit einer multimedialen Ausstellung zum Projekt ist mit dem Spatenstich auch eröffnet.

Lesen Sie hier alle Infos und Fakten zur zweiten Stammstrecke

Die Ansprachen sowie weitere Eindrücke sehen Sie hier im Video:

 

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