Erstmals nach zwei Jahren Inflation in der Türkei wieder einstellig

2018 hatte die türkische Landeswährung Lira deutlich an Wert verloren, es war die Rede von einer Lirakrise. Foto: Can Merey/dpa/dpa

Ankara - In der Türkei ist die Inflation erstmals seit gut zwei Jahren wieder in den einstelligen Bereich gefallen. Die Lebenshaltungskosten erhöhten sich im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,3 Prozent, wie das nationale Statistikamt mitteilte.

 

Es ist das erste Mal seit Mitte 2017, dass die Inflationsrate nicht mehr zweistellig ist. Ein wichtiger Grund für den deutlichen Rückgang der Inflation liegt in dem starken Preissprung im vergangenen Jahr, der zunehmend aus dem Jahresvergleich herausfällt. 2018 hatte die türkische Landeswährung Lira deutlich an Wert verloren, es war die Rede von einer Lirakrise. Die schwache Lira hatte die Inlandspreise im Zuge höherer Einfuhrpreise stark nach oben getrieben. Der Höhepunkt wurde vergangenes Jahr mit einer Inflation von gut 25 Prozent erreicht.

Gedrückt wird die Inflationsrate darüber hinaus durch die Lira an sich, deren Wert sich in den vergangenen Monaten stabilisiert hat. Ein wesentlicher Grund dafür ist die lockerere Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die Druck von Schwellenländerwährungen nimmt. Hinzu kommt die ebenfalls stabilere Konjunkturlage in der Türkei.

Fachleute verweisen jedoch auf die Geldpolitik der türkischen Notenbank als Risiko für die weitere Inflationsentwicklung. Die Notenbank hat die Leitzinsen zuletzt deutlich reduziert. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte vor einigen Monaten den Notenbankchef ausgetauscht. Seither gilt die Geldpolitik der türkischen Zentralbank als stark von der Politik beeinflusst.

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