Erster Tag des Besuchs der IOC-Kommission Ude zapft für Eva an

MÜNCHEN Bevor ihn „irgendeiner nach hartnäckiger Recherche“ gleich am Anfang beim Schummeln erwischt, war Christian Ude ganz ehrlich: Nein, als der Münchner Oberbürgermeister gestern Morgen bei der IOC Kommission „seine“ Stadt präsentierte, da zeigte er von sich keine getürkten Skifahrerbilder. Denn mit aktivem Wintersport hat er nichts am Hut. Da zeigte Ude mit Fotos, was er sportlich am besten kann: Mit kräftigen Schlägen o’zapfen und vor der Haustür Schnee schaufeln.

 


„Für München ist der erste Tag sehr erfolgreich verlaufen“, sagte Ude am Abend. Strahlend und gelöst kam er von seinen zwei Auftritten bei der Evaluierungskommission des IOC heraus, die alle lieber kurz „Eva“ nennen – auch wenn deren schwedische Vorsitzende Gunilla Lindberg heißt. Und die hat an München schöne Erinnerungen aus ihrer Jugendzeit beim IOC: Weil ihr der freundliche „Bürgermeister“ des Olympischen Dorfes bei den Olympischen Sommerspielen 1972 rührend half. Das war Professor Walther Tröger, heute Ehrenmitglied des IOC. Emotionale Pluspunkte, die sich Ude gern auf dem Münchner Bonuskonto gutschrieb.


Am Sonntag sind die 14 Eva-Mitglieder angereist, am Montag haben sie sich untereinander im Hotel Bayerischer Hof beraten. Seit gestern lassen sie sich das Münchner Konzept erklären. Zehn Stunden dauerte der erste Kontakt-Tag, Katarina Witt war dabei die ganze Zeit die Moderatorin auf der Bewerberseite.


„Die Komission war sehr gut vorbereitet, und sie wollte alles haargenau wissen“, erzählte Ude. Deshalb hatte die Präsentation auch mehr als eine Stunde länger gedauert – Für alle sehr anstrengend.


Das 150-köpfige Bewerbungsteam um die Geschäftsführer Bernhard Schwank und Jürgen Bühl hatte die Präsentationen wie eine Show minutiös vorbereitet. „Nach der Generalprobe passten die Redetexte und die gleichzeitig gezeigten Bilder und Filme sekundengenau aufeinander“, schwärmte Ude: „Perfekt!“


Mit den Bildern haben sie gepunktet, meint Ude: „Wir konnten zeigen, was wir alles schon schon haben – wie das Olympiastadion, die Pisten in Garmisch oder die Eisbahn am Königssee. Dann ließen sie sich das Umweltprogramm und das Sportstättenkonzept erklären.“ Katarina Witt warb mit der „athletenfreundlichen Ausrichtung“ der Spiele in München und Garmisch.
Nach Ude erklärte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer das Transportkonzept, Staatskanzlei-Chef Siegfried Schneider beschrieb, dass die Spiele „eine Entwicklungschance für das gesamte bayerische Voralpenland bergen“. Und Gourmet und Feinkoster Michael Käfer machte Appetit auf die bayerische Küche.


Olympiagegner warfen einen Schatten auf die Bewerbung: Weil ein Apartmenthaus eventuell für das Olympische Dorf abgerissen wird. Ude wiegelte ab: Das stehe noch nicht fest und zudem seien in den Apartments fast nur Lehrgangteilnehmer der Bundeswehr untergebracht.


Heute zieht die Eva-Karawane nach Garmisch, und am Donnerstag kommt sogar die Bundeskanzlerin.

 

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