Erste Zahlen vom Oktoberfest 2016 Besucher, Alkoholleichen, Ochsen: Die Wiesn-Halbzeitbilanz

Halbzeit-PK am Sonntag: Wiesn Chef Josef Schmid mit Vertretern von Polizei, Feuerwehr und BRK. Foto: Min

Wie haben sich Sicherheitskontrollen und das schlechte Wetter zum Wiesn-Start ausgewirkt? Am Sonntagvormittag stellten Stadt und Polizei die Halbzeitbilanz vom Oktoberfest vor.

 

München – Ganz so schlecht wie befürchtet sieht die Bilanz zur Wiesn-Halbzeit gar nicht aus: Polizei, Stadt, Feuerwehr und Rotes Kreuz haben am Sonntagvormittag die bisherigen Zahlen vorgestellt.

Demnach haben trotz des schlechten Wetters und der Einlasskontrollen knapp unter drei Millionen Menschen die Wiesn besucht. Das sind nur ein bisschen weniger als im Vorjahr – damals waren es drei Millionen. Inzwischen hat sich der Andrang normalisiert, sagte Wiesn-Chef Josef Schmid. Vor allem für die Schausteller, die besonders unter dem schlechten Wetter gelitten hatten, sind das gute Nachrichten. "Ich schaue in deutlich zufriedener dreinschauende Schaustellergesichter."

Die wichtigsten Zahlen und Fakten zur Halbzeitbilanz im Überblick:

Essen und Trinken

Insgesamt schenkten die Wiesn-Wirte rund 15% weniger Bier aus als im Vorjahr, was hauptsächlich auf das entfallene Biergarten-Geschäft in den verregneten ersten Tagen zurückzuführen ist.

In den Zelten setzt sich, was das Essen angeht, der Veggie-Trend der letzten Jahre fort. Immer mehr vegetarische und vegane Gerichte landen auf den Tellern. Die Ochsenbraterei verzeichnete bis zum Sonntag 54 verspeiste Ochsen (2015: 55) und in der Kalbsbraterei waren es 25 (2015: 22).

Der Straßenverkauf lief wetterbedingt eher schleppend an. Doch mit der Sonne kommt auch die Lust auf Bratwurst und Fischsemmel zurück.

Schaustellerei

Der Auftakt fiel ins Wasser. Wir hörten von völlig dempremierten Schaustellern und dramatischen Umsatzeinbußen. Seit Mitte der Woche normalisiert sich der Verkehr in den Schaustellerstraßen, die Fahrgeschäfte sind gut besucht. Vor allem die Drehgondel des Sky Falls kommt bei den Besuchern gut an.

Souvenirs

Der Souvenirverkauf ist noch nicht so recht in Schwung gekommen. Ein Mitbringsel hat aber inzwischen Kult-Status erlangt und geht daher weg wie warme Semmeln: Der Hendl-Hut. Seppi Schmid dazu: "Ich persönlich würde ihn mir nicht aufsetzen weil ich kein Hutgesicht habe."

Fundsachen

Das Wiesn-Fundbüro zählte bis Samstagabend 925 Fundsachen. Darunter 300 Kleidungsstücke, 150 Ausweise, 140 Geldbeutel, 100 Mobiltelefone, 60 Schlüssel, 50 Brillen, 40 Schirme, 40 Taschen/Rucksäcke/Beutel, 35 Schmuckstücke, 10 Kameras, ein Blutdruckmessgerät, rote Damen-Lack-Gummistiefeletten, drei Gebisse, 250 Euro in bar, 3er Set Boxershorts (Polo Ralph Lauren, ungetragen), ein Hörgerät und zwei GoPro-Kameras.

Wiesn-Hit

Im Rennen um den Wiesn-Hit 2016 sind "Ham kummst" von Seiler und Speer, "Hulapalu" von Andreas Gabalier und "Die immer lacht" von Kerstin Ott. Seppi Schmid setzt auf Andreas Gabalier: "Den kann jeder mitsingen".

Polizei/Rotes Kreuz/Feuerwehr

Die Polizei spricht von einer "ruhigen und sicheren Wiesn". Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins: "Wir sind sehr zufrieden, es ist entspannt und friedlich." Die Zahl der Körperverletzungen (insbesondere Maßkrugschlägereien) und Freiheitsentzügen ist im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Lesen Sie hier: #Wiesnwache: Ein Tag im Leben eines Wiesn-Cops

Auch das Rote Kreuz berichtet von einer ruhigen ersten Festwoche. Insgesamt behandelten die Einsatzkräfte 3.380 Patienten (2015: 3738) medizinisch, Hilfeleistung bekamen 1.781 (1.917). Die Zahl der Alkoholvergiftungen sank von 346 im Vorjahr nur geringfügig auf 316. Dafür ist bei den unter 16-Jährigen eine erfreuliche Entwicklung zu beobachten. Statt wie letztes Jahr acht, mussten die Sanitäter bisher nur eine Person unter 16 mit Alkoholvergiftung behandeln.

 

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