Erste Ausfahrt mit dem Tesla-SUV Model X: Viel Platz und noch mehr Power

Das Model X von Tesla ist ein elegant-wuchtiges SUV mit sehr viel Platz, reinem Elektroantrieb und sehr viel Kraft. Die getestete Version 90D bringt es auf 422 PS - die Bilder. Foto: Rudolf Huber

Der erste Eindruck vom neuen Tesla Model X: Was haben Elon Musk und seine munteren Mannen da nur für einen Brocken auf die Räder gestellt!

 

München - Gut fünf Meter ist das Gerät lang, mit Spiegeln 2,27 Meter breit, mit ausgeklappten hinteren Türen 2,20 Meter hoch – das Elektro-SUV aus Kalifornien ist eine echte Kampfansage an Audi Q7, BMW X5 und Mercedes GLS. Lange hat es gedauert, bis die ersten Model X den Weg über den Atlantik gefunden haben. Eine Vielzahl von Gimmicks wie die erwähnten Türen, die auf Knopfdruck nach außen und oben schwenken, hat den stabilen Serienanlauf immer wieder verzögert. Aber noch im Juni soll es tatsächlich losgehen, Tesla Deutschland hat bereits ein paar Exemplare im Fuhrpark. Von der Eleganz her können die Fünf- bis Siebensitzer natürlich nicht mit dem Model S mithalten. Dafür sind sie noch ein bisschen smarter, bieten wesentlich mehr Platz und können sogar einen Hänger ziehen. Bis zu 2270 Kilo Anhängelast machen das Model X zum noblen Allrad-Pferdeschlepper.

Anders als beim Model S fahren die versenkten Türklinken nicht mehr aus der Karosserie heraus, wenn man sich dem Wagen nähert. Im X genügt ein Tippen auf den Griff, und die Tür öffnet sich automatisch – vorne wie hinten, wobei der doch ein bisschen zeitraubende Öffnungsvorgang der Fondöffnungen namens „Falcon Wings“ Passanten zuverlässig zu einem offenstehenden Mund verhilft. Das Interieur wirkt kühl und elegant, vorne gibt es reichlich Raum für Kleinigkeiten, die Bedienung des riesigen, hochkant stehenden Tablets entspricht der beim Model S, ist also mit ein bisschen Übung zu meistern.

Charakteristisch futuristisch: Die Türen des Model X gehen auch nach oben auf. Foto: hu

Das ist Tesla: Für jeden Wunsch ein Knopf

Auffallend sind die riesige Frontscheibe, die bis über den Fahrerkopf reicht, und die insgesamt gute Übersicht von angenehm hoch platzierten Sitzen. Die Lenkstockhebel für Blinker/Scheibenwischer und Gangwahl kennt man von Mercedes. Der Zugang zu den zwei optionalen Plätzen im Kofferraum wird durch einen Knopfdruck auf die Sitze in Reihe zwei freigegeben. Die fahren elektrisch betätigt nach vorne und das Vordergestühl bei Bedarf auch gleich noch. Sehr komfortabel, diese Lösung.

Wer zu zweit mit dem Model X unterwegs ist und alle Sitzlehnen umklappt, kann ein Ladevolumen von kleinlastermäßigen 2.180 Liter nutzen – das ist wirklich reichlich. Weil die zwei Elektromotoren auf der Vorder- und Hinterachse so wenig Platz brauchen und der große Akkupack elegant im Boden verstaut ist, gibt es auch vorne noch einen Kofferraum von 187 Liter für Kleinkram.

2,4 Tonnen pure Elektro-Agilität

Das Tesla-SUV hat also durchaus eine ganze Menge an praktischem Nutzwert zu bieten. Und eine Extra-Portion Fahrspaß gibt es obendrauf. Mit unnachahmlicher Leichtigkeit scheint der 2,4-Tonner seine vielen Kilos bei voller Beschleunigung zu neutralisieren. Leise sirrend sprintet er los, die getestete Version 90D mit einer Systemleistung von 310 kW/422 PS schafft den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h in 5,0 Sekunden, die stärkste Variante mit 369 kW/539 PS benötigt für diese Übung im so genannten Ludicrous Mode nur beachtliche 3,4 Sekunden. Die Spitze liegt jeweils bei 250 km/h, der 90D wird mit einer Reichweite von 489 Kilometern angegeben – für die versammelte E-Konkurrenz bleibt Tesla auch mit dem Model X in dieser Disziplin der Maßstab.

Der wuchtige SUV hat eine extrem gute Kurvenlage durch den relativ niedrigen Schwerpunkt. Foto: hu

Dank der Luftfederung und eines relativ niedrigen Schwerpunkts kann das Model X seine vielen Kilos auch beim zügigen Kurvenfahren ziemlich gut kaschieren, große Wankbewegungen führt er nicht in seinem Repertoire. Und als Allradler schafft er es auch bei feuchter Fahrbahn, seine viele Kraft gesittet auf die Straße zu bringen. Alles in allem ist der neue Tesla ein wirklich spannendes Gefährt. Nicht zuletzt auch wegen der nicht ganz unumstrittenen Fähigkeit, schon einigermaßen autonom fahren zu können. Ein Fall für die E-Auto-Förderung ist auch er nicht. Denn unter 96.100 Euro ist er nicht zu bekommen. Dafür bieten die Kalifornier aber auch eine Neuwagengarantie von vier Jahren oder 80.000 Kilometer und acht Jahre Garantie auf Batterien und Antriebseinheit – bei unbegrenzter Laufleistung.

 

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