Erste Ausfahrt mit dem Skoda-SUV Kodiaq: Außen hui, innen wow!

Der Skoda Kodiaq ist wie sein Namensgeber - der mächtige Kodiakbär aus Alaska - ein ganz schöner Brocken, und dennoch überraschend agil. Foto: Thomas Schneider/mid

Adrett, praktisch und voll vernetzt: Skoda hat mit dem neuen Kodiaq ab März 2017 ein echtes Pfund in der boomenden Klasse der Kompakt-SUV im Portfolio.

 

Palma de Malorca - Wobei "kompakt" bei 4,70 Meter Länge eigentlich eine Verniedlichung ist; der Wagen ist wie sein Namensgeber - der mächtige Kodiak-Bär aus Alaska - ein ganz schöner Brocken, und dennoch überraschend agil wie sich bei einer ersten Ausfahrt herausstellt. Die Top-Variante mit 190-PS-Diesel und 7-Gang-DSG lässt in der gehobenen "Style"-Ausstattung in Sachen, Komfort, Fahrleistungen und Anmutung kaum Wünsche offen.

Schick ist es geworden, das erste große SUV der tschechischen Marke. Das Blechkleid des Kodiaq wirkt sachlich und dennoch elegant. Details wie die von der böhmischen Kristallkunst inspirierten und raffiniert gestalteten LED-Frontleuchten, der dreidimensional gestaltete Kühlergrill und Chromelemente verleihen ihm eine edle Note. Und dieser Eindruck setzt sich im Innenraum fort: Fahrer und Beifahrer nehmen in beheiz- und belüftbaren Ledersesseln Platz, die wie angegossen passen und genügend Seitenhalt bieten. Das aus einem Teil bestehende Armaturenbrett ist ebenso wie die meisten Flächen im vorderen Teil des Wagens mit einer Soft-Touch-Oberfläche versehen, damit das Interieur nicht nur schnieke aussieht, sondern sich auch gut anfühlt.

Die Top-Variante des Skoda Kodiaq mit 190-PS-Diesel und7-Gang-DSG lässt in der gehobenen Style Ausstattung in Sachen, Komfort, Fahrleistungen und Anmutung kaum Wünsche offen.

Das Raumgefühl im Kodiaq ist grandios - vorne und auch im Fond, wo der Mitfahrer sogar problemlos die Beine übereinanderschlagen kann. Der Innenraum ist außerdem sehr variabel. Die im Verhältnis 60:40 umklappbare zweite Sitzreihe lässt sich serienmäßig längs um 18 Zentimeter verschieben. Dadurch herrscht dort stets ein Platzangebot nach Bedarf und der Einstieg in die optionale dritte Sitzreihe geht ohne große Verrenkungen vonstatten.

Zu empfehlen ist der doppelte Ladeboden für den Kofferraum, der die Stufe von Ladekante zu Laderaum ausgleicht und eine topfebene Fläche bis zu den Vordersitzen schafft. So lässt sich das laut Skoda größte Ladevolumen des Klasse - 720 bis 2.065 Liter passen beim Fünfsitzer hinein, bei sieben Sitzen noch 270 Liter - besonders bequem nutzen. Wird der Beifahrersitz nach vorne geklappt, können bis zu 2,80 lange Gegenstände verstaut werden. Der Miet-Transporter für den Großeinkauf im Baumarkt ist somit hinfällig. Damit es auf dem Parkplatz nicht zu Kratzern und Dellen kommt, führt Skoda beim Kodiaq einen Türkanten-Schutz aus der Kategorie "simply clever" ein, der beim Öffnen automatisch aus- und beim Schließen wieder einfährt. Das funktioniert prima. Ganze 30 solcher pfiffiger Ideen sind an Bord.

Unterschiedlichste Infotainment-Lösungen lassen keine Wünsche offen

Auf dem neuesten Stand ist das Infotainment- und Fahrassistenz-Angebot. Die im Kodiaq erstmals angebotene Konnektivitätslösung Skoda Connect besteht aus zwei Komponenten: Infotainment Online für Informationen und Navigation sowie die sogenannten "Care Connect"-Dienste", die unter anderem einen Fernzugriff auf das Fahrzeug erlauben. Von Apple Car Play über Android Auto und externe Dieste wie und Google Earth Routen-Infos in Echtzeit bleiben keine Wünsche offen. Und ein WLAN-Hotspot mit LTE-Verbindung ist auch an Bord, auf den die Insassen mit mobilen Endgeräten zugreifen können. Voraussetzung ist wahlweise das Infotainment-System Amundsen oder Columbus.

24 Assistenz-Systeme gibt Skoda dem Kodiaq teils serienmäßig, teils optional mit auf den Weg - vom Notbrems-Assistenten über Spur-, Totwinkel- und Müdigkeitswarner bis hin zum adaptiven Tempomat und einer Rückfahrkamera inklusive 360-Grad-Vogelperspektive. Die Bedienung ist sehr intuitiv, wer schon einmal einen Wagen aus dem Volkswagen-Konzern gefahren hat, fühlt sich sofort zuhause. Der Tempomat wird nun wie beim Superb über einen Hebel links neben dem Lenkrad statt über Tasten auf dem Lenkrad bedient. Das optionale 575-Watt-Audiosystem von Canton klingt exzellent und lässt sich wahlweise nur auf den Fahrerplatz, die vorderen beiden Sitze oder das ganze Fahrzeug optimieren.

Das aus einem Teil bestehende Armaturenbrett ist ebenso wie die meisten Flächen im vorderen Teil des Wagens mit einer Soft-Touch-Oberfläche versehen.

Und die Motorisierungen? Zwei 2,0-Liter-Diesel mit 110 kW/150 PS oder 140 kW/190 PS sowie drei Turbobenziner mit 1,4 bzw. 2,0 Liter Hubraum und 92 kW/125 PS, 110 kW/150 PS oder 132 kW/180 PS sind im Angebot. Wahlweise übernehmen ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder Doppelkupplungsgetriebe (DSG) mit sechs oder sieben Schaltstufen die Kraftübertragung an die Vorderräder oder an alle vier Tatzen des Großbären. Der getestete 190-PS-Diesel mit 7-Gang-DSG und Allrad liefert in jeder Situation mehr als genug Schub. Das Getriebe schaltet schnell und fast unmerklich, allein beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven genehmigt es sich eine Gedenksekunde, bevor der Kodiaq auf Touren kommt. Bemerkenswert: Die Spreizung der über die Driving Mode Selecct wählbaren Fahrmodi von komfortabel bis sportlich ist sehr breit, insbesondere wenn die optionale adaptive Fahrwerksregelung DCC an Bord ist. Werden die Insassen beim Fahren über eine Fahrbahnerhöhung im Sport-Modus kräftig durchgeschüttelt, ist sie bei der Einstellung Comfort kaum zu spüren. Auch Lenkung, Gasannahme und Schaltvorgänge variieren stark von spontan bis eher gemächlich.

Das Gesamtpaket des Kodiaq überzeugt. Der Startpreis liegt bei 25.490 Euro für den 125-PS-Benziner mit Frontantrieb, die getestete Top-Version kostet dann aber mindestens 39.440 Euro. Und ein paar Tausend Euro kann der Käufer ohne Mühe in Sonderausstattung stecken. Ein Schnäppchen ist der Kodiaq dann nicht gerade, aber bei der gebotenen Leistung durchaus preiswert.

 

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