Erpresser vor Gericht Uli Hoeneß: "Ich habe Angst um meine Familie"

Uli Hoeneß wurde im Mai 2014 Opfer einer Erpressung. Foto: dpa

Schlaflose Nächte nach der Erpressung: Uli Hoeneß hat den Ermittlern von seinen Sorgen nach der Erpressung berichtet. Auch Sohn Florian wurde Opfer eines mysteriösen Anrufes.

 

München - Selber mussten Uli und Susi Hoeneß gestern nicht in den Zeugenstand. Das Geständnis des Erpressers machte ihre Vernehmung überflüssig. Die Prozessbeteiligten gaben sich mit dem Verlesen der Polizeiprotokolle und der Aussage des Ermittlers zufrieden.

Der Beamte der Kriminalpolizei Miesbach hatte Uli Hoeneß im September in Landsberg besucht. Grund des Besuchs in der JVA: Das Erpresserschreiben, das am 10. Mai bei der Familie des Ex-Bayern-Bosses eingetroffen war. Susi Hoeneß öffnete den Brief – und ging sofort zur Polizei. Hoeneß selbst war zu diesem Zeitpunkt nicht im Haus. Er bekam den Erpresserbrief erst am Abend zu lesen.

Was er da las, machte Hoeneß zu schaffen: „Das Schreiben hat mich sehr beunruhigt. Der Ersteller wusste im Detail, wie es im Gefängnis zugeht. Ich konnte nicht einschätzen, welchen Einfluss er hat und war ohnehin belastet durch meinen eigenen Haftantritt.“

Seine größte Furcht galt der Familie. Thomas S. hatte auch Hoeneß’ Frau und Kindern gedroht. „Ich habe Angst um meine Familie. Wenn ich nicht mehr da bin, kann ich für sie keinen Schutz gewährleisten. Ich kann nichts tun, wenn ihnen etwas zustößt“, sagte Hoeneß den Ermittlern.

Hoeneß hätte gar nicht mehr so dominant gewirkt, so die Beobachtung des Polizisten. Der Brief habe bei dem mächtigen Mann „ein Gefühl der Hilflosigkeit ausgelöst“. „Ich habe in den Nächten danach nicht ruhig geschlafen“, sagte Hoeneß.

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Der Ex-Bayern-Boss fürchtete auch Trittbrettfahrer des Erpressers. Tatsächlich befragte ihn der Ermittler in Landsberg nicht nur zu Thomas S., sondern auch über zwei weitere Erpressungsversuche.
Dabei sei es nicht um Bargeldforderungen gegangen, sondern um eine „Zahlungsform elektronischer Art“.

Außerdem habe Hoeneß’ Sohn Florian kurz vor Eingang des ersten Drohbriefes einen Anruf bekommen, in dem bis zu 50 000 Euro gefordert und Probleme in der Haft angedroht wurden. Der Angeklagte betonte vor Gericht, dass er mit diesem Anruf nichts zu tun habe.
Der Prozess wird fortgesetzt.  

 

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