Eros Ramazzotti in der Olympiahalle Die Wärme des Südens

Dieser Mann wird im Herbst 50 und kämpft sich seit Jahrzehnten für seine Fans ab: Eros Ramazzotti bei uns in München. Foto: Dorothee Falke

Wer jetzt noch bibbert, hat das Heizkraftwerk aus Italien verpasst: Zwei Tage lang betörte Eros Ramazzotti in der Olympiahalle nicht nur große und kleine Mädels, sondern auch – Uli Hoeneß

 

Jetzt hat der Winter nicht mehr die geringste Chance, fest versprochen! Nach dieser Großoffensive von Italo-Superstar Eros Ramazzotti, am Wochenende zwei Tage hintereinander in der Olympiahalle, hat München so viel italienische Hitze abbekommen, dass es eigentlich für mehrere Städte reichen müsste. Pop und Rock von bestechender Perfektion und in einer großartigen Produktion zwischen Sound, Licht, Bühnenarchitektur und Video, noch dazu ungemein charmant und manchmal auch mit spitzbübischem Humor. In der Hauptsache aber mit verdammt viel Eros.

Er braucht eigentlich nur dazustehen und zu lächeln, und schon schmilzt die Damenwelt dahin. Sportliche Figur, Ultra-Kurzhaarschnitt, lässige Jeans, ein kurzärmliges T-Shirt mit einem Deutschland-Wappen und dem Schriftzug „Noi” – so der Titel des aktuellen Albums – und auf der Rückseite natürlich groß und breit: „Munich”! Einschleimen? Ach Unsinn, das hat der Kleine mit der großen Stimme gar nicht nötig. Ein paar Handküsse in die ersten Reihen – in denen auch Bayern-Boss Uli Hoeneß wie nach einem Sieg seiner Roten strahlt –, ein vertrautes Augenzwinkern hier und ein kesser Hüftschwung dort, dazu immer wieder sein berühmter Dackelblick – und schon ist alles klar (siehe auch Seite 36).

Musikalisch geht’s schnell zu Sache. Als Intro bei „Ancora Vita” eine sehnsüchtige E-Gitarre, als dritten Song sofort „Noi”, und mit „Una Storia Importante” dann gleich in die Zielgerade, in ein nicht enden wollendes Fest. Schon längst hat sich alles von den Stühlen erhoben, klatscht und feiert mit, jeder wie er kann. Mamma mia, können die italienischen Mädels laut singen, wahrlich eine Wucht!

Alles ist auf Bewegung und Aktion ausgerichtet, auch Schmusenummern wie „Se Bastasse Una Canzone”, „Dove C’è Musica” und „Musica è” kommen dieses Mal viel rockiger als sonst; die geniale zehnköpfige Begleitband lässt nichts anbrennen. Echte Entdeckungen: Kirk Fletcher an der Gitarre und Everette Harp am Saxofon.

Und immer wieder Eros-Superstar voll in Aktion. Er flirtet sich durch den Abend, badet in der Menge, gibt den Latin Lover zum Anfassen – und hat trotzdem jeden Moment alle Fäden in der Hand. Ein genialer Spielmacher und nimmermüder Entertainer gleichzeitig.

In der Zugabe dann „Più Bella Cosa”, arrangiert als internationale Rocknummer, und dann auch noch ein bisschen Salsa mit Karibik-Flair – jetzt kann der Frühling kommen! 

 

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