Erneuter Lokführerstreik Gewerkschaften gehen auf Distanz zu GDL: "Solidarität hat Grenzen"

Der Bayerische Beamtenbund (BBB) ging am Mittwoch deutlich auf Distanz, Bayerns DGB attackierte sogar mit deutlichen Worten die GDL-Spitze. Foto: dpa

Der beinharte Streikkurs der Lokführergewerkschaft GDL stößt auch bei anderen Gewerkschaftern auf Widerspruch. Eine Verbalattacke richtet sich konkret an die Spitze der GDL.

 

München - Die Lokführergewerkschaft GDL stößt mit ihrer Streikpolitik zusehends auch im Gewerkschaftslager auf Widerspruch oder offene Kritik. Der Bayerische Beamtenbund (BBB) ging am Mittwoch deutlich auf Distanz, Bayerns DGB attackierte sogar mit deutlichen Worten die GDL-Spitze.

DGB-Landeschef Matthias Jena ging GDL-Chef Claus Weselsky frontal an. Im Bayerischen Rundfunk (Bayern2, Radiowelt am Morgen) sagte er, Weselsky betreibe ein egoistisches Machtspielchen auf dem Rücken von Millionen Bahnkunden. "Er will nicht nur für die Lokführer zuständig sein, sondern für andere Teile der Bahnbeschäftigten, wo seine Gewerkschaft eben nicht die Mehrheit hat, ...und da hat er sich verrannt." Was Weselsky sich vorstelle, unterschiedliche Tarifverträge für die selbe Beschäftigtengruppe, führe "ins Chaos".

BBB-Chef Rolf Habermann sagte: "Ich verstehe jeden, der hier die Solidarität in Frage stellt! Und auch im Beamtenbund selbst rumort es." Ohne Weselsky beim Namen zu nennen, sagte er: "Hier schießen Einzelne übers Ziel hinaus" - "und zwar aus allen Lagern". Der Zusammenhalt unter den Beschäftigtengruppen des öffentlichen Dienstes sei gefährdet, wenn die aktuelle Auseinandersetzung nicht zurück in vernünftige Bahnen geleitet werde.

 

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