Ermordete Lotto-Oma Hier trauert ein ganzer Stadtteil

Witwer Horst Hoose und seine Söhne waren von so viel Anteilnahme schier überwältigt. Etwa 110 Vereinsmitglieder, Anwohner und Freunde drückten ihre Angst und Trauer aus. Foto: bayernpress

NÜRNBERG Der Mordfall Frieda Hoose († 76) gibt den Nürnberger Ermittlern noch immer Rätsel auf. Zwar hörten sich bislang weit über 10.000 Menschen den anonymen Anruf an und hinterließen Hinweise auf der Mailbox. Doch eine heiße Spur ist noch immer nicht dabei...

 

Der Mörder der Lotto-Oma ist also noch immer auf freiem Fuß. Kein Wunder, dass im Stadtteil die Angst umgeht. Seiner tiefen Betroffenheit verlieh der benachbarte Sportverein SG 1883 Nürnberg am Samstag mit einem Schweigemarsch vom Vereinsgelände in der Regelsbacher Straße zum Tatort Ausdruck. Etwa 110 Mitglieder, aber auch Anwohner und Bekannte der Familie nahmen an dem Zug teil.

Für die Kinder war sie "die Oma Hoose"

„Die Idee zum Marsch kam größtenteils von den Kindern selbst“, erklärt Manfred Barfrieder, 3. Vorstand des Vereins. „Viele haben dort nicht nur Süßigkeiten und Sammelkarten gekauft, sondern auch ihren Schulbedarf. Für die Kids war sie einfach ,die Oma Hoose’“. Viele Eltern, so Barfrieder, ließen ihre Kinder jetzt nicht mehr alleine zum Training kommen. „Die bringen ihre Kids und holen sie später auch wieder ab.“

Auch Witwer Horst Hoose und seine beiden Söhne marschierten mit. Zwischendurch mussten sie immer wieder anhalten, weil Anwohner Beileid wünschten, sie in den Arm nahmen, versuchten zu trösten. Der 76-Jährige, der nach eigenem Bekunden seit dem Mord an seiner Frau rund zehn Kilo abgenommen hat, zeigte sich berührt vom Engagement des Vereins: „Meine Söhne und ich schätzen es sehr, was der Verein und die Kinder hier auf die Beine gestellt haben. Die waren ja fast alle Kunden bei uns.“ Wie es mit dem Laden jetzt weiter gehen soll – Horst Hoose weiß es nicht genau. Eins aber sei sicher: „Ich mach den Laden nicht mehr auf. Jeden Tag dort zu stehen, wo meine Frau starb, kann ich einfach nicht.“ Bis die Spurensicherung endgültig abgeschlossen ist, bleibt das kleine Geschäft sowieso geschlossen.

Suche nach anonymem Anrufer geht weiter

Die Polizei ist weiterhin auf der Suche nach dem anonymen Anrufer, der kurz nach der Tat am Morgen des Ostersamstag, 23. April, die Rettungsleitstelle informierte. Der Anruf ist weiter unter der kostenfreien Rufnummer 0800/ 7766310 abrufbar. Im Anschluss daran können Hinweise auf die Mailbox gesprochen werden. kes

 

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