Erfolgreiche Konzert-Demo #wirsindmehr: Wenn 70.000 Menschen "Oh, oh, oh, Arschloch!" brüllen

Rapper Trettmann beim #wirsindmehr-Konzert in Chemnitz Foto: imago/epd

Am Montag haben sich deutlich mehr Menschen zu einem Konzert gegen Fremdenfeindlichkeit in Chemnitz versammelt als zunächst geplant war.

Zehntausende Menschen haben bei einem Open-Air-Konzert in Chemnitz unter dem Motto #wirsindmehr gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit protestiert. Mehrere deutsche Bands und Künstler hatten zu der kostenlosen Veranstaltung geladen, darunter Die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet, Kraftklub, K.I.Z., Marteria, Casper, Nura von SXTN und Trettmann.

Die angereiste Menschenmasse war deutlich größer als zunächst angenommen wurde. Die Veranstalter hatten etwas mehr als 20.000 Besucher erwartet, die Stadt Chemnitz sprach allerdings von geschätzt 65.000 Menschen. Campino (56) von den Toten Hosen ("Hier kommt Alex") sagte auf der Bühne, dass es sogar 70.000 Teilnehmer seien. Das sorgte nicht nur bei der Anreise teils für ein gehöriges Chaos, sondern führte laut der Polizei Sachsen zwischenzeitlich sogar zu einer Überlastung des Mobilfunknetzes im Bereich des Konzerts.

Ein "Schrei nach Liebe"

Das Konzert begann mit einer stillen Schweigeminute für das Mordopfer Daniel H. und endete mit einem sinnbildlichen Knall. Für ihr vorletztes Lied holten die Toten Hosen gegen 21:00 Uhr Rodrigo Gonzalez (50) von den Ärzten und Arnim Teutoburg-Weiß (44) von den Beatsteaks unangekündigt auf die Bühne und spielten zusammen mit diesen den Ärzte-Klassiker "Schrei nach Liebe". Textsicher schmetterte die Menge dementsprechend auch ein "Oh, oh, oh, Arschloch!" in Richtung Bühne - eine der Textzeilen aus dem Anti-Neonazi-Song.

Campino ließ es sich nach dem Abschlusslied "You'll Never Walk Alone" nicht nehmen, die Konzertbesucher zu beklatschen, die unter anderem laut "Wir sind mehr!" und "Nazis raus!" skandierten. Gegen 21:15 Uhr war der Abend, der laut Polizei friedlich verlaufen sei, dann aber auch schon beendet. Bei der Heimreise wurde es für viele noch stressig. So konnten wegen der vielen Menschen unter anderem nur nach und nach Abreisende am Hauptbahnhof in Leipzig eingelassen werden.

 

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