Noch eine weitere Komplizin festgenommen Amoklauf in München: Polizei fasst den Darknet-Händler

, aktualisiert am 17.08.2016 - 08:44 Uhr
David Ali S. besorgte sich die Tatwaffe im Darknet. Der Händler, der im die Glock 17 verkauft hatte, wurde nun gefasst. Foto: privat

Der mutmaßliche Waffenhändler, der wohl David Ali S. die Glock 17 verkauft hat, mit der dieser am OEZ neun Menschen und sich selbst tötete, ist am Dienstag festgenommen worden.

 

München - Das Bayerische Landeskriminalamt bestätigte am Dienstag die Festnahme eines 31-Jährigen im hessischen Marburg, der in dringendem Verdacht steht, kurz vor der dem Amoklauf dem Täter Waffe und Munition verkauft zu haben.

Für diese Festnahme wurden Spezialeinsatzkräfte des Zoll eingesetzt, Beamte der Sonderkommission OEZ befanden sich ebenfalls in Hessen und unerstützten die hessischen Kollegen.

Mit Scheingeschäft überführt

Die Ermittler hatten den mutmaßlichen Waffenhändler bei einem Scheingeschäft überführt. Während der Vorbereitungen des Scheingeschäfts soll der Händler gestanden haben, dem Amokläufer von München die Tatwaffe samt Munition verkauft zu haben. Die Angaben des Waffenhändlers würden durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München und des Bayerischen Landeskriminalamts gestützt.

Der Beschuldigte, der seine Waffen im Darknet angeboten haben soll, wurde bei dem Scheingeschäft am Dienstag festgenommen. Dabei wurden eine zum Verkauf bestimmte Maschinenpistole, eine Pistole und Munition sichergestellt. Der Mann habe zu seiner Eigensicherung in einem Schulterholster eine durchgeladene Pistole bei sich gehabt.

Waffenverkäufer hatte Komplizin

Bei dem fingierten Waffengeschäft handelte der Beschuldigte angeblich nicht allein: Nach Informationen des "Spiegel" wurde in Marburg auch eine Komplizin des Mannes festgenommen. Wie der "Spiegel" aus Ermittlerkreisen erfahren haben will, wollte der Waffenhändler mit dem vermeintlichen Käufer zunächst das Finanzielle abwickeln. Die Frau sollte offenbar anschließend die Ware liefern.

Ermittlungen gegen einen 62 Jahre alten Buchhalter aus Nordrhein-Westfalen und gegen einen 17 Jahre alten Schüler aus Hessen hatten die Strafverfolger auf die Spur des Beschuldigten gebracht. Beide sollen Schusswaffen und Munition bei dem Mann gekauft und die Geschäfte über das Darknet angebahnt haben.

Die Waffe im Fernbus abgeholt

Die ausgewerteten Chatverläufe und sichergestellte Fahrtnachweise des Amokläufers legen nahe, dass Verkäufer und Käufer im Mai 2016 im Darknet über den Waffenkauf einig wurden. Dann fuhr der 18-Jährige wohl am 20.05. mit einem Reisebus nach Marburg, wo ihm die Schusswaffe persönlich übergeben wurde.

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Bei einem zweiten Treffen in Marburg am 18.07., also nur vier Tage vor dem Amoklauf, kam es dann zur Übergabe von 350 Schuss Munition für die bereits verkaufte Waffe.

 

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