Er stach seiner Frau in den Kopf Schwabinger Messer-Attacke: Mordmotiv Trennungsschmerz

, aktualisiert am 11.08.2016 - 16:40 Uhr
Nach seiner Tat ließ sich der Mann freiwillig von der Polizei festnehmen. Foto: Daniel von Loeper

Busfahrer Enver K. (37) hat gestanden, dass er seiner Ehefrau (36) mit einem Messer in den Kopf stach, weil sie nicht mehr mit ihm zusammenleben wollte. Jetzt sitzt er in U-Haft.

 

Schwabing - Die Hintergründe der Messerstecherei in der Trattoria "Da Bello & Bello" in Schwabing scheinen weitgehend geklärt zu sein.

Laut Mordkommission hat der Ehemann gestanden, seine von ihm getrennt lebende Frau an ihrem Arbeitsplatz niedergestochen und lebensgefährlich verletzt zu haben. Als Motiv gab der Busfahrer Trennungsschmerz und Eifersucht an. Seine Frau hatte begonnen, ein neues Leben zu leben – ohne ihren gewalttätigen Ehemann.

Geständnis in der Tankstelle

Es ist kurz nach 11 Uhr, als Enver K. am Mittwoch in die Trattoria in der Elisabethstraße stürmt. Die Mutter seiner drei Kinder (10, 13, 16) arbeitet in dem italienischen Lokal als Küchen- und Putzhilfe.

Der Kosovare schleicht sich unbemerkt von hinten an seine Frau heran, zieht ein Taschenmesser und sticht auf sie ein. Er trifft in den Kopf und Hals, verletzt Zejnepe K. lebensgefährlich. Als sie versucht zu fliehen, setzt er ihr nach, sticht weiter auf sie ein. "Der 37-Jährige ließ erst von der Frau ab, als diese fast regungslos am Boden lag", sagte Polizeisprecherin Claudia Künzel am Donnerstag.

Anschließend rannte Enver K. aus der Gaststätte, warf das Messer weg und flüchtete zu der Total-Tankstelle in der Leonrodstraße. Dort bat er den Tankwart, die Polizei zu rufen. Am Donnerstag erging Haftbefehl wegen versuchten Mordes.

Es war nicht die erste Gewalttat

Nach 19 gemeinsamen Jahren hatte seine Frau gerade begonnen, sich ein neues Leben ohne ihren Mann aufzubauen. Im März war der Vater ihrer Kinder im Suff gewalttätig gegen sie geworden. Es war nicht die erste Anzeige und nicht der erste Polizeieinsatz wegen häuslicher Gewalt.

Bereits Ende 2013 hatte die Frau ihren Mann angezeigt. Enver K. bekam ein Kontaktverbot, durfte sich seiner Frau nicht mehr nähern. Doch dann versuchten es die Eheleute wieder miteinander – vor allem wegen der Kinder. Beide hatten Strafanträge gestellt, die sie nun wieder zurückzogen – was in Verfahren wegen häuslicher Gewalt häufiger vorkommt.

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Zejnepe K.s Hoffnung, dass sich ihr Mann ändern würde, erfüllte sich nicht. Im März zog die Frau endgültig einen Schlussstrich. Enver K. musste ausziehen, sich eine neue Wohnung suchen. Die Kinder blieben bei der Mutter.

Doch Kontakt suchte der Ehemann trotzdem immer wieder zu seiner Familie. Er passte seine Frau auf dem Weg zur Arbeit ab, brachte sie zu der Gaststätte, gelobte Besserung und versuchte sie dazu zu bewegen, es noch einmal mit ihm zu versuchen.

Am Mittwoch versuchte es Enver K. wieder – erneut erfolglos. Es kam zum Streit. "Er ist wohl in Panik geraten, weil die Trennung für sie endgültig war", sagt ein Polizist. Kurz nach dem Streit kehrte er zurück zu dem Lokal und stach seine Frau nieder.

 

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