Er kassierte sieben Kugeln des Amokläufers Oregon: Army-Veteran verhinderte größeres Blutbad

Die kleine Stadt Roseburg im US-Bundesstaat Oregon steht nach dem Amoklauf am örtlichen College unter Schock. Foto: dpa

Er trug Springerstiefel und Armee-Hosen, besaß eine schusssichere Weste und rund ein Dutzend Waffen: Je mehr Details über den Schützen von Oregon ans Licht kommen, desto grausamer wirkt seine Tat. Einiges deutet darauf hin, dass er es gezielt auf Christen abgesehen hatte.

 

Portland - Der Schütze von Oregon war bei seinen möglicherweise religiös motivierten, tödlichen Schüssen auf neun Menschen schwer bewaffnet. Von seinen insgesamt 13 Waffen habe die Polizei sieben am Tatort und sechs bei ihm zu Hause entdeckt, sagte Celinez Nunez von der Bundespolizei ATF am Freitag. Außerdem fand die Polizei neben seinem Gewehr am College eine schusssichere Weste und fünf Magazine. Alle Waffen seien in den letzten drei Jahren legal gekauft worden.

Amokläufer fragte Opfer nach ihrer Religion

Ermittler rätselten unterdessen weiter über die möglichen Motive des 26 Jahre alten Täters, der nach einem Schusswechsel mit der Polizei selbst ums Leben kam. Neben den neun getöteten Menschen hatte er sieben weitere verletzt. Laut Augenzeugen soll er gezielt Christen ins Visier genommen haben, seine Opfer nach ihrer Religion gefragt und Christen in den Kopf geschossen haben, anderen dagegen ins Bein oder auf eine andere Stelle ihres Körpers.

"Weil Du ein Christ bist, wirst Du Gott in wenigen Sekunden gegenüberstehen", sagte der Schütze laut Stacy Boylan, der dem Sender CNN den Augenzeugenbericht seiner Tochter wiedergab. "Ich habe seit Jahren darauf gewartet, das hier zu tun", sagte er demnach, bevor er einen Professor im Unterrichtsraum niederstreckte.

 

Täter besuchte Schule für Kinder mit speziellen Bedürfnissen

Nachbarn beschrieben den Schützen als zurückgezogenen und verletzlich wirkenden jungen Mann, der mit seiner Mutter lebte und vor Kontakt mit anderen Menschen zurückzuschrecken schien. Nach einem Bericht des "Oregonian" absolvierte er im Jahr 2008 ein Training bei der US-Armee, wurde für den Militärdienst aber als untauglich eingestuft. 2009 beendete er dem Blatt zufolge die Ausbildung an einer kalifornischen Privatschule für Kinder mit speziellen Bedürfnissen wie Lernschwierigkeiten, Autismus oder Gesundheitsproblemen.

Army-Veteran verhinderte größeres Blutbad

Dass der Amokläufer nicht noch mehr Menschen tötete, dürfte zu einem großen Teil Chris Mintz (30) zu verdanken sein. Der ehemalige Soldat der US Army studiert mittlerweile an dem betroffenen Umpqua Community College in Roseberg (Oregon). Als er die ersten Schüsse hörte, erkannte er die Situation sofort und entschloss sich selbstlos, seine Kommilitonen zu schützen.

Er verriegelte die Türe zu seinem Hörsaal und stellte sich selbst davor, um ein Eindringen des Killers zu verhindern. Der Amokläufer schoss dreimal auf Mintz und streckte ihn damit zu Boden. Selbst dort ließ er nicht von seinem Opfer ab, schoss noch viermal auf den Army-Veteranen.

Wie durch ein Wunder überlebte Mintz die insgesamt sieben Kugeln des Attentäters – und sein Einsatz hatte verhindert, dass der Amokläufer in den vollbesetzten Raum eindrang. Kurze Zeit später starb der Schütze bei einem Feuergefecht mit der Polizei.

 

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