Er hat die Nase voll CSU-Fraktionssprecher: "Jetzt werde ich zum Albtraum des OB"

Stillstand herrscht derzeit auf dem Baugelände an der Oberndorferstraße, nachdem dort Altlasten gefunden worden sind. Foto: Sigi Zeindl

CSU-Fraktionssprecher Rudi Schnur hat wegen der Feuerwache Siedlung die Nase voll - und wettert gegen die Stadtoberen.

Landshut - CSU-Fraktionssprecher Rudolf Schnur teilt auf seiner Internetseite "klartext.la" aus. Und zwar momentan mit dem Kommentar "Skandal um den Neubau der Feuerwache Siedlung: Absicht oder Unfähigkeit ?" Darin holt der streitbare CSU-Stadtrat zu einer Generalattacke auf die Verwaltung im Allgemeinen und die Amtsführung von Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP) im Speziellen aus. Die Angegriffenen weisen die Vorwürfe mit aller Entschiedenheit von sich.

Der Kommentar hat es in sich: "Eine bodenlose Sauerei, ein totales Versagen der Verwaltung, Dummheit, erbärmliches Verhalten, unverantwortlich, Sabotage und vieles mehr geht zu Recht durch die Köpfe derer, die seit vielen Jahren für den Neubau einer Feuerwache 7 gekämpft haben", so beginnt Rudi Schnur sein Schreiben.

Konkret geht es um den Neubau der Feuerwache Siedlung an der Oberndorferstraße, der nach der Entdeckung von Altlasten jetzt erst einmal auf Eis liegt. Eigentlich war die Fertigstellung der neuen Wache für Sommer 2019 geplant, dies wird sich wohl um einige Monate verzögern.

Eigentlich kein großes Drama, sollte man meinen - Verzögerungen beim Bau sind schließlich kein gänzlich unerwartetes Phänomen. Schnur sieht dies jedoch völlig anders, wie er in seinem Kommentar untermauert: "Genau vor dieser Situation habe ich mehrere Jahre im Bausenat gewarnt. Das passiert alles zu Lasten der Feuerwehr", poltert er.

Die Verwaltung habe genug Zeit gehabt in den vergangenen Jahren

"Während der letzten Jahre und vor allem nach dem Kauf der Fläche hätte die Verwaltung genug Zeit gehabt, eine verantwortliche Erkundung und gegebenenfalls Sanierung durchzuführen, ohne eine Verzögerung des Neubaus der Feuerwache 7 zu verursachen."

Aber in einer Mischung aus Unfähigkeit, Überheblichkeit und Desinteresse habe es seitens der Verwaltung immer wieder geheißen, dass alles im Blick sei und selbstverständlich alles bedacht werde.

Und mit Verweis auf den Fund von Gasflaschen vor einigen Monaten auf dem Gelände spottet Schnur: "Für mich persönlich steht fest, dass in Landshut ‚Blindgänger' nicht nur am Bahnhof, sondern auch in Teilen der Verwaltung zu finden sind."

Dies dürfte in erster Linie auf Baudirektor Johannes Doll gemünzt sein. Ihm wirft Schnur vor, bei der Einweihung einer neuen Halle in der Hauptwache der Feuerwehr Landshut gesagt zu haben, dass er - Schnur - ihn "für die Belange der Feuerwehr nerve".

Doll reagiert nun höchst verwundert: "Das ist doch völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Jeder, der dort war, kann bestätigen, dass ich diesen Satz ironisch gemeint und mit einem Augenzwinkern gesagt habe und es eher als Kompliment gemeint habe. Das hat übrigens auch Herr Schnur so verstanden. Er hat ja auch darüber geschmunzelt."

Zur Sache erklärt Doll, dass es immer bekannt gewesen sei, dass auf dem Gelände an der Oberndorferstraße Altlasten vorhanden seien.

Nun habe sich jedoch herausgestellt, dass in Teilbereichen ein sehr hoher Schadstoffgehalt enthalten sei. Die Fachbereiche seien jetzt an der Reihe, den Boden entsprechend zu entsorgen.

"Die dadurch entstehenden Verzögerungen sind zwar unerfreulich, aber wir wollen da nichts unter den Tisch kehren, sondern seriös damit umgehen." Und Doll lässt durchblicken, dass er eine Verzögerung beim Bau der Feuerwache um ein paar Monate nun nicht gerade für eine große Katastrophe hält.

Oberbürgermeister Putz wurde von Schnur sein "persönliches Waterloo" in dieser Angelegenheit unterstellt. Ein Vorwurf, über den der OB nur lachen kann: "Die ganzen Entscheidungen wurden vor meiner Amtszeit, im Herbst 2014, getroffen. Das ist doch vollkommener Unsinn und in meinen Augen auch ein Armutszeugnis für den Schreiber."

Putz: "Schlichtweg entsetzt über den Stil" des Kommentars

Er sei "schlichtweg entsetzt über den Stil" dieses Kommentars . "So können wir nicht miteinander umgehen." Natürlich sei Kritik erlaubt und wenn Fehler passiert seien, werde man diese auch offen ansprechen. "Aber dieser Kommentar wurde ja mit Schaum vor dem Mund geschrieben und beschädigt nicht nur die Verwaltung, sondern die ganze Stadt."

Rudi Schnur dürfte sich von diesen mahnenden Worten des OB unbeeindruckt zeigen. Auf Anfrage sagte er, dass er zu den Äußerungen auch weiterhin voll und ganz stehe: "Wenn man sanft auf etwas hinweist, wird man offenbar nicht gehört. Also muss man wohl mal etwas lauter werden."

Von Putz erwartet er, dass er nun endlich die Führung im Rathaus gegenüber der Verwaltung übernehmen solle. Er selbst werde im Sinne der Feu erwehr und der Bürgerschaft die Glacehandschuhe aus- und die Arbeitshandschuhe anziehen. "Jetzt werde ich zum Albtraum der Verwaltung und des OB."

 

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