"Er hat das Zeug dazu" Bayerns Kronprinz: Folgt Coman auf König Ribéry?

Kingsley Coman soll beim FC Bayern die Fußstapfen von Kingsley Coman füllen. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Kingsley Coman (21) soll in Münchens Offensive Franck Ribéry (34) beerben. Trainer Jupp Heynckes traut ihm eine große Karriere zu: "Er hat das Zeug dazu, ein ganz großer Spieler zu werden"

München -  Hat sich Jupp Heynckes etwa verplappert? Weiß der Trainer des FC Bayern schon viel mehr? Als Heynckes vor der Partie gegen Paris Saint-Germain auf Kingsley Coman angesprochen wurde und auf dessen Potenzial als möglicher Nachfolger Franck Ribérys, sagte der Coach einen interessanten Satz.

"Er hat das Zeug dazu, ein ganz großer Spieler zu werden", erklärte Heynckes: "Irgendwann ist es absehbar, vielleicht in ein, zwei Jahren, dass Franck Ribéry seine Karriere beendet, dass er dann sein Nachfolger wird."

Noch zwei Jahre auf Topniveau?

Heynckes’ Aussage war deshalb interessant, weil sie einen Eindruck davon vermittelte, wie stark sich Kingsley Coman in den vergangenen Wochen verbessert hat. Und sie war zugleich ein Hinweis, dass der Bayern-Trainer Ribéry noch nicht abgeschrieben hat. Dass er trotz des fortgeschrittenen Alters des Franzosen (Ribéry wird im April 35) weiter an dessen Fähigkeiten glaubt. Und Ribérys auslaufenden Vertrag wohl noch mal verlängern würde. Im Sommer hatte sich der Coach im AZ-Interview bereits ähnlich geäußert. "Ich traue ihm noch zwei Jahre auf Topniveau zu", sagte Heynckes damals über Ribéry. "Ich kenne ihn, er lebt für den Fußball, er ist professionell und achtet auf sich."

Doch es gibt zwei wichtige Unterschiede zur Situation im Sommer: Ribéry hat sich in der Zwischenzeit mal wieder schwer verletzt (Außenbandriss im Knie), wird gerade erst wieder fit. Und: Coman ist nicht mehr der Spieler, der er zu Saisonbeginn war. Der 21-Jährige brilliert mittlerweile Woche für Woche.

Coman hat sich weiterentwickelt

"Er war schon ein Toptalent, bevor ich kam", sagt Heynckes. "Aber in den letzten Wochen hat er sich weiterentwickelt." Damit meint der Trainer nicht nur die guten Flanken, Pässe und Torschüsse, die er bei Coman (vier Tore, vier Vorlagen in dieser Saison) beobachtet, sondern dessen Selbstvertrauen. "Die Integration spielt eine große Rolle, dass er anerkannt und respektiert wird", erklärt Heynckes. "Das ist ein Prozess, der langsam vorangeht. Bei Kingsley ist ganz klar festzustellen, dass er viel mehr Selbstbewusstsein hat, sich viel mehr zutraut."

Comans Fähigkeiten, vor allem die Schnelligkeit und Dribbelstärke, waren schon immer zu erkennen, seit der Franzose im Jahr 2015 von Juventus Turin nach München ausgeliehen wurde. Auch schon unter Trainer Pep Guardiola, der den Youngster "King" nannte. Nur schien Coman bisweilen selbst nicht zu registrieren, wie gut, wie überlegen er den meisten Gegenspielern eigentlich war. Das grenzenlose Selbstvertrauen, das Ribéry in dessen besten Tagen stets ausgezeichnet hatte, fehlte Coman, und es ist auch jetzt noch längst nicht so ausgeprägt wie bei Ribéry.

"Er muss weiter reifen"

Eines sollte man bei diesem Vergleich allerdings beachten: Als Ribéry 21 Jahre alt war, hatte er seine Profikarriere gerade erst begonnen, war ein unbekannter Spieler beim französischen Klub Stade Brest 29. Coman hat im gleichen Alter bereits Meistertitel in Deutschland, Italien und Frankreich gewonnen, Pokalsiege gefeiert, in der Champions League und bei einer Europameisterschaft gespielt. Coman ist weiter als Ribéry mit 21.

"Er muss jetzt weiter reifen", sagt Heynckes. "Zu einem ganz großen Spieler gehört auch eine Persönlichkeit." Die Zeit dazu bekommt er von Bayern. Nicht ohne Grund wurde er im Sommer für 21 Millionen Euro fest von Juventus Turin verpflichtet. Während Douglas Costa, der andere Außenstürmer, an die Italiener verliehen wurde mit einer Kaufvereinbarung, die Bayern insgesamt 46 Millionen Euro einbringt.

Als Ribéry 2007 zu den Bayern wechselte, hing kurze Zeit später ein riesiges Plakat an der Theatinerkirche, der Franzose trug einen edlen, blauen Mantel, in Anlehnung an Ludwig II. "Bayern hat wieder einen König", stand da geschrieben. Wie lang Ribérys Regentschaft noch andauert, ist ungewiss. Aber "King" Coman, der Kronprinz, steht schon bereit.

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