Er gewinnt (fast) immer Der gierige Herr M.: Müllers beeindruckende Endspiel-Bilanz

Sein erstes Mal: Thomas Müller feiert 2010 mit Frau Lisa seinen ersten Pokalgewinn. Foto: dpa

Vier von fünf Endspielen hat Thomas Müller bisher gewonnen, am Samstag im Pokal gegen Frankfurt soll der nächste Final-Triumph folgen. "Die Gier ist immer noch vorhanden", sagt der Stürmer.

 

Berlin - Mister DFB-Pokal - diesen Beinamen hat Dieter Hoeneß auf ewig gepachtet. 1982, Endspiel in Frankfurt: Der Mittelstürmer und Nürnbergs Alois Reinhardt rasseln mit den Köpfen aneinander. Ein Cut, viel Blut, einige Stiche beim Nähen, Turban drum rum - fertig.

Zur Legende wurde Hoeneß , als er dann mit Turban das 4:2 gegen den Club köpfte. Der Mister DFB-Pokal des aktuellen Bayern-Kaders heißt Thomas Müller - auch ohne Turban. Auch für das Finale jetzt am Samstag (20 Uhr, AZ-Liveticker) ist er fit. Müller hat seinen Magen-Darm-Infekt überstanden. Er sei "einsatzfähig und kann von Anfang an spielen", sagte Trainer Jupp Heynckes am Freitag. 4:1 lautet Müllers bisherige Final-Bilanz. Fünf Endspiele, eine Niederlage.

Diese jedoch war eine sehr schmerzhafte. 2012 setzte es mit dem 2:5 gegen Borussia Dortmund eine deftige Abreibung, am Ende eines Jahres mit der Überschrift: Zum Vergessen. Bayern wurde Vizemeister, verlor zudem das Champions-League-Finale im eigenen Stadion gegen den FC Chelsea.

Triple-Jahr 2013: "Was Schöneres gab's fast nicht"

Die übrigen Müller'schen Pokalendspiele sind eine einzige Erfolgsgeschichte: In seinem ersten Jahr, in dem Müller dank Trainer Louis van Gaal bei den Profis mittrainierte, zerlegte Bayern 2010 Werder Bremen mit 4:0 - ohne Müller-Tor. Der Schlaks aus Pähl am Ammersee durfte sein erstes Double feiern, reiste danach als Nobody zur WM in Südafrika und wurde mit dem DFB-Team Dritter sowie Torschützenkönig. Sein Durchbruch, eine Weltkarriere im Raketentempo.

Die Pleiten 2012 waren die Triebfeder für das Triple-Jahr 2013, das durch den 3:2-Triumph im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart perfekt gemacht wurde. Müller traf zum 1:0 per Foulelfmeter, die Erinnerungen an jenes Endspiel sind beim 28-Jährigen allgegenwärtig: "Damals haben wir den letzten Titel mit Jupp Heynckes geholt. Was Schöneres als dieses Erlebnis gab's fast nicht."

Da verblassen selbst die letzten beiden Cup-Gewinne gegen Borussia Dortmund. 2014 nach Verlängerung, als Müller, selbst schon am Ende seiner Kräfte, seine Bayern in Minute 120.+3 mit einem spektakulären Sololauf zum 2:0 erlöste.

Zwei Jahre später schenkten die Münchner ihrem nach drei Jahren scheidenden Trainer Pep Guardiola zum zweiten Mal den Pott, besiegten den BVB nach einem 0:0 über 120 Minuten jedoch erst im Elfmeterschießen. Müller behielt dabei die Nerven, am Ende hieß es 4:3 für Bayern.

Der Weg ins Finale war mit Hochkarätern gepflastert

Nun heißt es also: Müller, die sechste. Eintracht Frankfurt wartet im Finale. "Wir sehr stolz darauf, dass wir es in diesem Jahr wieder geschafft haben - vor allem, wenn man unsere Gegner auf dem Weg ins Endspiel sieht", sagte Müller nach dem 6:2 im Halbfinale bei Bayer Leverkusen und blickte auf die "knackige Auslosung" zurück: "Wir haben in Leipzig, gegen Dortmund und nun in Leverkusen gewonnen."

Vier Müller-Tore inklusive. Im ewigen Ranking der Top-Torschützen des Pokals liegt er mit 27 Treffern auf Rang acht. Nur noch ein Erfolgserlebnis und Müller zieht mit Dieter Hoeneß gleich. Dass der Bayer in den nächsten Jahren Hannes Löhr (34 Treffer/Rang drei) und Dieter Müller (35 Tore/Platz zwei) ein- und überholt, ist wohl nur eine Frage der Zeit. Bayerns Legende aber wird er nicht packen. Gerd Müller, "der Bomber der Nation", erzielte in 60 Pokalspielen unglaubliche 75 Tore.

Müller hat Double Nummer im Visier. "Die Fahrt nach Berlin ist immer für alle, die im Verein und um die Mannschaft rum arbeiten, eine tolle Bereicherung", sagt er. Bayern lädt einen Großteil der Mitarbeiter des Klubzentrums an der Säbener Straße zum Finale nach Berlin ein - das ist gute Tradition.

Sein Titelhunger kennt keinen Sättigungsgrad. "Die Gier ist vorhanden", sagt er, "doch in einem Spiel kann viel passieren." Er lacht. "Soll ich ein paar alte Floskeln rausholen?" Bitte! "Im Pokal ist alles möglich."

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