Epochale Flops auf Twitter und Facebook Die größten Social-Media-Ausrutscher der Stars

Grober Fehltritt: Georgina Fleur posiert am Neckar-Hochwasser Foto: facebook.com/GeorginaFleur

Jan Josef Liefers hat sich am Wochenende einen waschechten Shitstorm eingefangen.  Wer aber hat sich die größten Social-Media-Flops geleistet?

 

Berlin - Ein "gutes Gespräch unter Freunden" teaserte Schauspiel-Star Jan Josef Liefers am Wochenende in einem Beitrag auf Facebook an - und postete darunter ein Foto von ihm als sein "Tatort"-Alter Ego Professor Boerne, Auge in Auge mit den Köpfen zweier toter Schweine. Was dann passierte, kennen viele Promis und Politiker: Ein digital dokumentierter Fehltritt und der Shitstorm ist entfacht. Es verbreitet sich online doch nichts so schnell, wie Empörung und Häme.

Vielleicht kann Liefers trösten, dass er nicht alleine auf weiter Flur steht. Stars wie Patrick Lindner, Boris Becker oder Lothar Matthäus mussten schon heftigere Wellen der Online-Wut über sich ergehen lassen. Die Nachrichtenagentur spot on news hat die Top 6 der Social-Media-Fehltritte zusammengefasst. Für Liefers allerdings unangenehm: Er hätte gleich zwei Mal in der Liste Platz finden können. Bereits im August hatte er missgünstige Kommentare produziert, als er auf Facebook ein Gesichtswaschpulver, nun ja, "empfahl". Das reichte für einen kleinen Shitstorm - auch wenn Liefers nachher beteuerte, er finde das Produkt tatsächlich einfach nur gut.

Platz 1: Georgina Fleur und das eklige Hochwasser

Georgina Fleur (23) ist hierzulande fast schon ein Sinnbild für den Shitstorm. Denn als besonders geschmacklos empfanden viele User, was das It-Girl während des Jahrhundert-Hochwassers im Juni postete. Das Sternchen posierte für einen Facebook-Schnappschuss neben dem über die Ufer getretenen Neckar. Ihr Kommentar: "Hochwasser in Heidelberg... iiih, jetzt lil dinner und anschließend Fernsehen". Das kam angesichts unzähliger überfluteter Häuser und zerstörter Existenzen in Deutschland wirklich gar nicht gut an.

Platz 2: Patrick Lindner und der entspannte Nachmittag am Holocaustmahnmal

Nettes Foto, ganz falscher Ort: Schlager-Star Patrick Lindner (53, "Schenk mir deinen Talisman") postete Anfang September ein sehr relaxtes Foto von sich aus Berlin. Das Problem: Lindner posierte lässig mit Sonnenbrille im Holocaust-Mahnmal, die Füße an einer Steele abgestützt. "Dieses Bild ist widerlich, Patrick!" postete eine Userin - und traf damit die Stimmung der Deutschen. Auch in den Zeitungen und Online-Medien durfte sich Lindner so einiges anhören. Er entfernte das Foto daraufhin.

Platz 3: Elmar Hörig und sein Ärger wegen Glööckler, Hoeneß und Jolie

Wie Liefers darf sich auch Ex-TV-Moderator Elmar Hörig ("Bube, Dame, Hörig") als Facebook-Wiederholungstäter fühlen. Der 64-Jährige provoziert gerne mal. Gerade hat Promi-Designer Harald Glööckler angekündigt, juristisch gegen Hörig vorzugehen, weil dieser in einem Post eine Schmerzensgeldklage Glööcklers gegen "Bild" in Beziehung zu "gestiegenen Kokspreisen" setzte. Im Mai löschte Facebook einen Post Hörigs, in dem er Uli Hoeneß in Sachen Steuern in Schutz nahm - die User-Reaktionen gerieten zu heftig. Und im Juni verspottete der Moderator Angelina Jolie wegen ihrer prophylaktischen Brustamputation - für einige Nutzer ein Angriff am Rande der "Menschenwürde".

Platz 4: Boris Becker und der missverstandene Nobelpreis

Nicht nur mit provokanten Aussagen kann man sich auf Twitter in die Nesseln setzen. Auch auf Richtigkeit und Genauigkeit achten die User - wie Boris Becker Ende 2012 feststellen musste. "Großer Bewunderer von Angela Merkel! Ich bin sehr stolz und werde Patriot, als sie Friedensnobelpreis gewonnen hat!", postete der 46-Jährige, als die Auszeichnung der EU mit dem Friedensnobelpreis bekannt wurde. Nicht nur die gewagte Gleichsetzung Merkels mit der EU und die eher kreative grammatikalische Struktur des Tweets nahmen die User übel. Auch die giftige Frage, ob denn "Patrioten" nicht auch in Deutschland Steuern zahlen sollten kam auf - Becker lebt seit mehreren Jahren in London.

Platz 5: Lothar Matthäus und sein "Comeback"

Großes kündigte Lothar Matthäus Ende Mai auf Facebook an: Für eine Million Likes werde er ein Comeback wagen, teilte er mit - das sicherte ihm so einige Aufmerksamkeit. Und trotzdem keine positive Publicity. Zum einen verfehlte der 52 Jahre alte Ex-Kicker die angepeilte Millionenmarke recht deutlich. Zum anderen handelte es sich nur um einen PR-Gag. Matthäus kam ohnehin auf den Platz zurück - für ein einzelnes Hobby-Spiel in Werbediensten eines Lottoanbieters. Unmissverständlich nachzulesen war nach der Aktion, dass einige Facebook-Nutzer nicht gern an der Nase herumgeführt werden.

Platz 6: Regierungssprecher Steffen Seibert und die Sache mit ACTA

Besonders sensibel reagieren die Internet-User natürlich bei Fragen, die das Netz selbst betreffen. Das hatte Regierungssprecher Steffen Seibert (53) so vielleicht nicht vorhergesehen - und postete Anfang 2012 auf Twitter eine, durchaus als etwas einseitig zu bezeichnende, Verteidigung für das damals hochumstrittene Urheberrechtsabkommen ACTA. "Ich bin ja sonst nicht so für Mobbing, aber könnten wir für den @RegSprecher eine Ausnahme machen und den geschlossen spamblocken?", fragte ein User. Seibert nahm es locker. Das sei eben das, was man erlebe, wenn man auf Twitter Stellung beziehe, sagte er später.

Vor einer Listenplatzierung gefeit: Twitter-Verweigerer George Clooney

Was Seibert weiß, weiß Hollywood-Star George Clooney (52, "The Ides of March") schon lange. Er erspart sich jeglichen Shitstorm, indem er einfach Twitter fernbleibt. Gerade weil er Verständnis für den einen oder anderen Fehltritt hat. "Da kommst du eines Nachts betrunken nach Hause, hattest zuviele Drinks und du schaust fern, jemand regt dich auf, du denkst dir "Ehhhhh" und schlägst zurück", malte sich Clooney im Interview mit dem "Esquire Magazine" die Entstehung verheerender Posts aus. "Dann gehst du schlafen, wachst wieder auf und deine Karriere ist vorbei." Aber er hat auch einen Tipp für seine twitternden Kollegen parat: Ein fünfzehnminütiger Prozess des Nachdenkens könne so manches Tweet-Desaster vermeiden, meint er.

 

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